Das Gewandhausorchester ist das älteste bürgerliche Sinfonieorchester der Welt. Keimzelle des Orchesters war die 1743 von 16 Adligen und Bürgern gegründete Konzertgesellschaft »Das Große Concert«. Mit dem Umzug in die Gewerbehalle der Tuchmacher im Jahre 1781 erhielt das Ensemble seinen ersten hochwertigen Konzertsaal und den Namen »Gewandhausorchester«.
Berühmt ist das Orchester vor allem für seinen unverwechselbaren warmen und dunklen Klang, der es von vielen anderen großen Orchestern deutlich abhebt. Diese singuläre Klangfarbe und die breite Repertoire-Vielfalt kultiviert das Orchester bei nahezu 300 Auftritten jährlich in seinen drei Leipziger Spielstätten: Es ist das Konzertorchester des Gewandhauses, das Orchester der Oper Leipzig und das Ensemble, das wöchentlich in der Thomaskirche die Bach-Kantaten gemeinsam mit dem Thomanerchor gestaltet.
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Gewandhausorchester
Gewandhaus zu Leipzig Augustusplatz 8 D-04109Leipzig
Eröffnung der 246. Saison :
Gewandhausorchester & Andris Nelsons
Demokratie-Konzert (4.9.2026)
Gewandhausorchester
Andris Nelsons, Dirigent
Mao Fujita, Klavier
Sergej Rachmaninoff: 3. Konzert für Klavier und Orchester d-Moll op. 30
Antonín Dvořák: 7. Sinfonie d-Moll op. 70
SINNLICHKEIT UND SINNENRAUSCH
Aufbruchsstimmung herrscht im 3. Klavierkonzert: Das Werk begleitete Rachmaninoff in die Neue Welt. Er komponierte es mit Blick auf seine bevorstehende USA-Tournee. Während der Atlantik-Überfahrt studierte er den sagenhaft schweren Solopart auf einer stummen Klaviatur ein. Dank rasanter Tempi mit fast permanent vollgriffigem Spiel gilt dieses Konzert als Rekordhalter einer fragwürdigen Disziplin: Es mutet dem Solisten die meisten Noten pro Sekunde zu. Rachmaninoffs musikalische Ausdrucksgewalt, die aus unendlich vielen Stimmungs- und Klangfarben-Schattierungen sowie enormer dynamischer und agogischer Flexibilität erwächst, jedoch nie aus Athletik, Pose oder sentimentaler Romantisierung, macht quantitative Statistiken und qualitative Klischees gleichermaßen hinfällig. Die Premiere bestritt er in New York unter Leitung von Walter Damrosch, die unmittelbar folgende zweite Aufführung dirigierte Gustav Mahler.
SINNBILD UND SINNSUCHE
Die düstere Tonart d-Moll eint beide Werke. Rachmaninoffs Moll-Faible ist legendär. Dvořáks Sinfonie lockt mit finsterem Raunen der Bässe und Pauke in eine zerfurchte, schroffe Klanglandschaft, durch die freilich jene beseelten Melodien fliegen, die ihn so beliebt machen. Noch das fantastische Finale, strotzend vor vitaler Energie, weiß um gespenstisch-nachttrunkene Gegenwelten. Sind es nicht gerade die dunklen Klangräume, die uns magisch anziehen?
SECHSTER SINN UND SIEBTE IM SINN
Die 7. Sinfonie bescherte Dvořák einen der größten Erfolge seines Lebens. Die London Philharmonic Society hatte ihn eingeladen – eine Ehre, die zuvor Mendelssohn, Berlioz und Wagner zuteil geworden war – und reihte ihn schon beim ersten Aufenthalt nach Liszt, Brahms und Verdi unter ihre Ehrenmitglieder, gefolgt von Grieg, Tschaikowski und Rachmaninoff. Ferner trug man Dvořák die Komposition einer neuen Sinfonie an, deren Uraufführung er am 22. April 1885 im Zuge seines dritten Englandaufenthalts leitete. Mit Feuereifer hatte er daran gearbeitet: Auf Schritt und Tritt habe ich nichts anderes im Sinn als meine Siebte, die so werden soll, dass die Welt aufhorcht. Dvořáks Wunsch ging in Erfüllung. Die Welt horchte auf – insbesondere auch die Neue Welt.
(Text: Dr. Ann-Katrin Zimmermann)
Termine
Fr 4.9.2026, 19:30 | Ticket
So 6.9.2026, 11:00 | Ticket
Ort
Gewandhaus zu Leipzig
Großer Saal Augustusplatz 8
D-04109 Leipzig
Gewandhausorchester
Petr Popelka, Dirigent
Sol Gabetta, Violoncello
Arvo Pärt: These Words ...
Dmitri Schostakowitsch: 2. Konzert für Violoncello und Orchester op. 126
Johannes Brahms: 4. Sinfonie e-Moll op. 98
HAT SEINEN PREIS
Als Festmusik zur Verleihung des renommierten Léonie Sonning Music Prize 2008 in Kopenhagen gab die dänische Sonning Music Foundation beim Preisträger Arvo Pärt ein Werk in Auftrag, das Dänemark mit einem Hamlet-Zitat im Titel huldigt. Gertrude heißt ihren Sohn Hamlet im 3. Akt schweigen: These words, like daggers, enter in mine ears – Wie Dolche dringen diese Worte in meine Ohren. Furchteinflößend rumort die Große Trommel in diesem ungewohnt dramatisch-theatralischen Orchesterstück des Gewandhauskomponisten. Verzweifelt stammeln die Streicher ein Gebet und rufen mit den Perkussionisten wortlos einen russisch-orthodoxen Schutzengel an.
HAT SEINE HÖHEN UND TIEFEN
Ein trockener Fortissimo-Schlag der Großen Trommel fährt mit verstörender Wucht mitten in Schostakowitschs 2. Violoncellokonzert. Jäh verstummt das Orchester. Beängstigende Abgründe tun sich auf und verleiten dazu, Erklärungen jenseits der Musik zu suchen. Ebenso das Zitat eines Gassenhauers, von dem Schostakowitsch behauptet, er könne sich nicht erklären, wie es hineingeraten sei. Schostakowitschs Exegeten wissen wie immer mehr und spekulieren wild. Wenig Deutungsspielraum lässt das Ende. Die Musik verwandelt sich wie in der 4. und 15. Sinfonie in ein Uhrwerk, das die Zählzeiten mechanischherunterticken lässt, bis die Batterie keine Energie mehr hat.
HAT SEINEN HELDEN
Auch Schostakowitsch ließ sich zu diesen Klängen einen Preis umhängen. Die zentrale Feier zu seinem 60. Geburtstag am 25. September 1966 in Moskau verband sich mit der Uraufführung des 2. Violoncellokonzerts. Nachdem das Jubeljahr dem Künstler bereits hymnische Aufsätze, ein Filmportrait, Festivals und Konzerte zu seinen Ehren sowie etliche Preise – darunter ein Lenin-Orden und eine Hammer-und-Sichel-Medaille – eingetragen hatte, dekorierte man ihn am Premierenabend mit einem Titel, der nie zuvor an einen Musiker vergeben worden war. Der von einem Schlaganfall gezeichnete »Held der sozialistischen Arbeit« musste allerdings bangen, ob seine angegriffene Gesundheit überhaupt den Besuch des Konzerts zulassen würde, zumal solche Ereignisse den notorisch nervösen Komponisten enorm erregten.
(Text: Dr. Ann-Katrin Zimmermann)
Termine
Do 10.9.2026, 19:30 | Ticket
Fr 11.9.2026, 19:30 | Ticket
Ort
Gewandhaus zu Leipzig
Großer Saal Augustusplatz 8
D-04109 Leipzig
Anton Bruckner: 8. Sinfonie c-Moll WAB 108
(2. Fassung von 1890, neu herausgegeben von Paul Hawkshaw)
WAGEMUT UND WANKELMUT
Er habe nicht den Muth sie aufzuführen. Orchester und Publikum würden, deßen bin ich sicher, den größten Widerstand leisten, bekannte der mit allen Wagner-Wassern gewaschene Münchner Kapellmeister Hermann Levi, dem Bruckner 1887 die Premiere seiner 8. Sinfonie antrug, und riet dem Komponisten: Verlieren Sie nicht den Muth, nehmen Sie Ihr Werk noch einmal vor, beraten Sie sich mit Ihren Freunden, vielleicht läßt sich durch eine Umarbeitung viel erreichen. Bruckner war hart getroffen und überarbeitete die Achte grundlegend. Blomstedt legt nun neu ediert Bruckners Zweitfassung aufs Pult. Und resümiert: Das ist eine Wundersinfonie!
ANMUT UND ÜBERMUT
Wir spüren es: hier beginnt nicht ein Musikstück, sondern die Musik selbst hebt an, sinnierte August Halm, der erste Musikforscher, der Bruckners Sinfonik zum Gegenstand wissenschaftlicher Auseinandersetzung machte. Von einem einzigen Ton der Hörner und tremolierenden Violinen expandiert die Achte. Zwei Beckenschläge heben den Höhepunkt im Zentrum des Adagio wie eine heilige Handlung hervor. Zum Ziel wird am Ende des Finales die simultane Vereinigung der zuvor entfalteten Gedanken. In atemberaubender Gleichzeitigkeit ertönen anderthalb Stunden Musik verdichtet zu 15 Sekunden. Nach dem gewaltigsten Sinfoniesatz, den Bruckner je komponiert hat, konzentriert sich die räumliche und zeitliche Weite wieder auf einen Ton und ein gemeinsam vom ganzen Orchester formuliertes Schlussstatement. Wir spüren es: Hier gipfelt nicht ein Musikstück, sondern die Musik selbst ist an einen Gipfel gelangt.
DEMUT UND GROSSMUT
Als Mensch war Bruno Walter der feinste. Ich habe ihn bedingungslos bewundert. Herbert Blomstedt zählt den 13. Gewandhauskapellmeister, dessen Geburtstag sich am 15. September zum 150. Mal jährt, zu seinen wichtigsten Vorbildern. Walter hat nicht nur als Mahler-, sondern auch als Bruckner-Dirigent Interpretationsgeschichte geschrieben und Referenzaufnahmen mit amerikanischen Orchestern vorgelegt. Hätte der jüdische Künstler nicht auf politischen Druck viel zu früh aus seinem Leipziger Amt weichen müssen, wäre aus den Aufführungen der Sinfonien 4, 5, 6, 8 und 9 mit dem Gewandhausorchester gewiss ein kompletter Zyklus geworden. Er hat intensiv Musik gemacht, war aber sehr rücksichtvoll gegenüber seinen Mitspielern, berichtet Blomstedt, der Walter persönlich kennenlernte und dessen Haltung teilt: Als Walter 1929 Furtwänglers Nachfolge als Gewandhauskapellmeister antrat, sagte er zum Orchester: »Ich werde es Ihnen musikalisch möglichst schwer machen, aber im Leben möglichst leicht.« Für diese Philosophie braucht man große musikalische Ambitionen, aber auch viel Verständnis und Geduld.
(Text: Dr. Ann-Kathrin Zimmermann)
Termine
Do 17.9.2026, 19:30 | Ticket
Fr 18.9.2026, 19:30 | Ticket
So 20.9.2026, 11:00 | Ticket
Ort
Gewandhaus zu Leipzig
Großer Saal Augustusplatz 8
D-04109 Leipzig
Bedřich Smetana: Die Moldau - 2. Sinfonische Dichtung aus dem Zyklus "Mein Vaterland"
Detlev Glanert: Konzert für zwei Violinen und Orchester
(Uraufführung, Auftragswerk des Gewandhausorchesters und des Bruckner Orchesters Linz)
Modest Mussorgski: Bilder einer Ausstellung (Bearbeitung für Orchester von Maurice Ravel)
IM FLUSS
Am Wasser, so berichten Mythen vieler Kulturen, entspringt Musik. Verführerisch singende Sirenen und tanzende Quellnymphen sind dort in ihrem Element, Liebeslieder und Seesinfonien sind Bächen und Ozeanen abgelauscht. Eine tiefe Verwandtschaft verbindet Wasser und Musik: Sie strömen, sind fortwährend in Bewegung, durch nichts zu greifen, treiben oder reißen mit sich fort, murmeln geheimnisvoll oder brausen ohrenbetäubend. Für Smetana fließen in der Moldau Natur- und Heimatliebe zusammen. Klein und klar aus Flöten und Klarinetten perlend passiert sie Wälder und ländliche Szenen, bricht das Mondlicht, schwillt an zum Felsen flutenden Fluss, spiegelt als Strom die Silhouette bedeutender Bauwerke. Immer im Wandel und doch dieselbe, musikalisch sinnfällig als Rondo mit gleichbleibendem, variiertem Grundthema und wechselnden Episoden ist die Moldau Nationalsymbol und zugleich Projektionsfläche für Lebens-Läufe.
IM BILD
Wer durch eine Ausstellung wandelt, erlebt Wandel und Verwandlung auf unterschiedliche Weise. Den Wandel von Werk zu Werk, das Voranschreiten und Verharren, formt Mussorgski zum Klavierzyklus. Die Idee ist genial: Hier nimmt die musikalische Rondo-Folge Bilder einer Ausstellung auf, zusammengehalten vom Refrain, der das Wandeln von Bild zu Bild verbindet. Die Kunstwerke, konkret inspiriert von einer Gedächtnisschau für den früh verstorbenen Malerfreund Viktor Hartmann, wandeln sich zu kleinen Szenen unterschiedlicher Stimmung. Farbe verleiht ihnen der kongeniale Orchestersatz von Maurice Ravel, 1922 im Auftrag von Serge Koussevitzky entstanden. Die reglosen Gemälde geraten in Bewegung, Farben und Formen werden zu Klang und wirken zurück auf die Promenade des Betrachters. Auch sein Refrain verwandelt sich, wie der Betrachter im Spiegel der Gemälde, und der Gang durch die Ausstellung wird zum Gang durch ein ganzes Leben – zum Lebens-Wandel.
(Text: Dr. Ann-Katrin Zimmermann)
Termine
Do 24.9.2026, 19:30 | Ticket
Fr 25.9.2026, 19:30 | Ticket
Ort
Gewandhaus zu Leipzig
Großer Saal Augustusplatz 8
D-04109 Leipzig
Jean Sibelius: Konzert für Violine und Orchester d-Moll op. 47
César Franck: Sinfonie d-Moll
FRAGEN ÜBER FRAGEN
César Franck beginnt mit einer Frage. Nicht mit irgendeiner Frage, sondern mit dem Prototyp aller musikalischen Fragen. Jener Frage, die Beethoven an den Beginn des Finalsatzes seines letzten Streichquartetts stellt. Man hat diese instrumentale Frage textiert mit den Worten: Muss es sein? Es muss sein. Zwischen all den Sinfonien des 19. Jahrhunderts, die an Beethovens Eroica anknüpfen, dessen Fünfte fortschreiben oder sich auf die Neunte berufen, verblüfft Francks d-Moll-Sinfonie mit dem Verweis auf Beethovens späte Quartett- Experimente. Seinem Vorbild folgend durchmisst Franck uferlose harmonische Weiten und wagt im Mittelsatz ein kühnes Konstrukt: ein kantables Allegretto mit Harfen-begleitetem Englischhorn-Solo und ein leichtfüßig dahinhuschendes Scherzo in zwei Taktarten und Tempi erklingen zunächst nacheinander und dann: gleichzeitig! Von irritierten Reaktionen auf die Premiere im Februar 1889 ließ sich der Organist, Pianist und legendäre Lehrer César-Auguste-Jean-Guillaume-Hubert Franck nicht beirren: Ich habe viel gewagt; aber das nächste Mal werde ich noch mehr wagen. Leider gab es mit Blick auf Sinfonik kein nächstes Mal. Die einzige vollendete Sinfonie blieb sein letztes großes Orchesterwerk.
IDEEN ÜBER IDEEN
Der berühmte Geiger und Brahms-Freund Joseph Joachim, der Dvořáks und Brahms’ Violinkonzert erst an- und dann beinahe umgestoßen hatte, adelte Sibelius’ Gattungsbeitrag mit dem Prädikat scheußlich und langweilig und riet seinen Schülern ausdrücklich davon ab, dieses Werk einzustudieren. Zumindest ein ehemaliger Student setzte sich wagemutig über die Weisung seines Professors und Quartett-Partners hinweg: Kárel Halír brachte die revidierte Endgestalt von Sibelius’ Violinkonzert am 19. Oktober 1905 in Berlin zur Uraufführung. Am Dirigentenpult stand kein Geringerer als Richard Strauss. Die Arbeit daran hatte geigerische Ambitionen in Sibelius wieder wachgerufen. Eine Ellbogen-Verletzung hatte seine Hoffnungen auf eine Profi-Laufbahn einst zunichte gemacht. Doch während der Komposition des Konzerts erging sich Sibelius tage- und nächtelang in freier Phantasie auf dem Instrument. Janne ist die ganze Zeit in Hochstimmung (und ich auch!), berichtet seine Frau Aino zur Entstehungszeit. Die Überfülle musikalischer Ideen macht ihn förmlich wirr im Kopf. Die Nächte hindurch wacht er, spielt wunderbar schön und kann sich von den verzaubernden Tönen nicht losreißen.
Text: Dr. Ann-Katrin Zimmermann
Termine
Do 1.10.2026, 19:30 | Ticket
Fr 2.10.2026, 19:30 | Ticket
Ort
Gewandhaus zu Leipzig
Augustusplatz 8
D-04109 Leipzig
Fokus: »Tacheles« – Jahr der jüdischen Kultur in Sachsen 2026
Gewandhausorchester
Daniel Barenboim, Dirigent
Felix Mendelssohn Bartholdy: 4. Sinfonie A-Dur MWV N 16 ("Italienische")
Ludwig van Beethoven: 7. Sinfonie A-Dur op. 92
DAS A UND O
Eine leuchtende Dur-Tonart, vitale Rhythmen zwischen Beschwingtheit und Obsession, feuriges Temperament zwischen Lebensfreude und Rausch, Vivace als unaufhaltsames, durchgehend nervös vibrierendes Grundtempo, unterbrochen und aufs Schärfste kontrastiert durch intensive Zeitstauung im dunklen Trauermarsch- und Romanzen-Moll, das am Ende Zerfall zelebriert: Die Rede ist von – Beethovens Siebter? Mendelssohns Italienischer? Von dem, was beide verbindet? Von Universalien der Musik, die das Wesen dieser Werke bestimmen?
VON A BIS Z
Der unvermittelte Sprung in den reißenden Strom pulsierender Bewegung – oder eine riesenhafte langsame Einleitung mit behutsamem Übergang ins rasche Tempo? Rhapsodischer Gesang – oder episodischer Gang durch Doppelvariationen? Ein galant-tänzerischer Gegenakzent in der lichten Grundtonart – oder die impulsiv-resolute Antithese im provokant fernen F-Dur? Das erst in letzter Sekunde verhinderte Versiegen im Pianissimo – oder eine Sforzato-Fortissimo-Orgie zum Beschluss? Die Rede ist immer noch von den beiden Werken, im Abstand von 20 Jahren in London und Wien uraufgeführt, die verwandter und unterschiedlicher kaum sein könnten – verbunden und getrennt durch komplementäre Extreme und fundamentale Gemeinsamkeiten. Was auch immer wir in Musik suchen, was auch immer Musik mit uns zu tun haben mag: Hier ist es wirkmächtig und sinnhaft präsent.
(Text: Dr. Ann-Katrin Zimmermann)
Termine
Do 8.10.2026, 19:30 | Ticket
Fr 9.10.2026, 19:30 | Ticket
Ort
Gewandhaus zu Leipzig
Großer Saal Augustusplatz 8
D-04109 Leipzig
Kurt Weill: Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny
Oper in drei Akten auf einen Text von Bertolt Brecht
»KRACH IN LEIPZIG«
titelte der Bericht zur Leipziger Uraufführung: Zwischen der Stadt Leipzig und der Stadt Mahagonny [...] sind Zwistigkeiten entstanden. Leipzig neidet der Stadt Mahagonny den Aufstieg. [...] In Leipzig bekommt man Bücher, Pelze, Fluchtgedanken und zur Messezeit kein Zimmer, in Mahagonny Whiskey, sangbare Ironien, Huren, einschmeichelnd formulierte Hinweise auf die Niederträchtigkeit der menschlichen Natur und Ordnung, sowie Bitterkeiten mit Füllung von verschiedenem Geschmack, der in keinem Fall jener der Leipziger Bürgerschaft ist.
»DASS MAN HIER ALLES DÜRFEN DARF«?
Mit anderen Worten: Die Leipziger Premiere der Brecht-Weill-Oper "Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny" am 9. März 1930 unter der Regie von Walther Brügmann und dem Dirigat Gustav Brechers geriet zum größten Theaterskandal der Weimarer Republik, wurde von der Lokalpresse als "unverhohlen übelste kommunistische Propaganda" diffamiert und löste heftige Stadtratsdebatten aus. Die Tumulte im Zuschauerraum waren von randalierenden NSDAP-Mitgliedern gezielt befeuert worden. "Das Haus tobte derart, daß man auf der Bühne vom Orchester buchstäblich nichts mehr zu hören bekam", berichtet ein Korrepetitor. "Brecher dirigierte die Oper kalkbleich zu Ende". Drei Jahre später musste der Opernkapellmeister während einer massiv von der SA gestörten Aufführung von Weills Silbersee das Dirigierpodium verlassen und schließlich aus dem Amt weichen. Auf der Flucht nahm sich Gustav Brecher 1940 gemeinsam mit seiner Frau das Leben. Weill, ebenfalls jüdischer Herkunft, emigrierte über Paris und London in die USA.
»VERMEIDEN SIE ANSTÖSSIGE GESÄNGE!«
Im März 1927 hatten sich der 29-jährige Brecht und der zwei Jahre jüngere Weill in Berlin kennengelernt. Das später zur dreiaktigen Oper erweiterte Mahagonny-Songspiel markiert den Beginn ihrer Zusammenarbeit. Verbrecher gründen die Fantasiestadt, in der man alles dürfen darf. Bald stellt die ausschweifende Gesellschaft fest: "Schlimm ist der Hurrikan, schlimmer der Taifun, doch am schlimmsten ist der Mensch", verurteilt den Protagonisten "wegen des Singens verbotener Lieder bei Hurrikan" und ähnlicher Vergehen zum Tode, und torkelt vom Erfolgsrausch in den Katastrophenkater. Die lockere Form aneinandergereihter Sittenbilder des 20. Jahrhunderts fügt sich laut Weill zu einem "Gleichnis vom heutigen Leben" – ein Heute, das leider nie gestrig wird.
(Text: Dr. Ann-Katrin Zimmermann)
Termine
Do 22.10.2026, 19:30 | Ticket
Fr 23.10.2026, 19:30 | Ticket
Ort
Gewandhaus zu Leipzig
Großer Saal Augustusplatz 8
D-04109 Leipzig
Gewandhausorchester
Andris Nelsons, Dirigent
Gautier Capuçon, Violoncello
Antonín Dvořák: Konzert für Violoncello und Orchester h-Moll op. 104
Johannes Brahms: 1. Sinfonie c-Moll op. 68
LAUES LEIPZIG
Warum habe ich nicht gewusst, dass man ein Cellokonzert wie dieses schreiben kann?, soll Johannes Brahms ausgerufen haben, als ihm Antonín Dvořák seinen Beitrag vorlegte. Wenn ich das geahnt hätte, hätte ich längst eines geschrieben! Die Präsentation des Soloinstruments, das lyrischem Ton und tiefen Registern zuneigt, ist im Kontext opulenter Orchesterbesetzung nicht trivial. Dvořák hatte lange damit gerungen, bevor er den Cellisten mit seinem letzten Solokonzert ein Prunkstück ihres Repertoires schenkte. Die zufriedenen Zeilen an seinen Verleger dienten nebenbei dazu, selbstbewusste Honorarforderungen zu unterstreichen: Ich versichere Ihnen, dass dieses Konzert mein Violin- und Klavierkonzert bei Weitem übertrifft. Ich freue mich gewaltig über das Werk und glaube, dass ich mich nicht täusche. Bei der Londoner Uraufführung sprang mit Leo Stern ein junger Virtuos ein, der gerade vom legendären Gewandhauscellisten Julius Klengel letzten Feinschliff erhielt. Publikum und Presse feierten die Premiere in seltener Einmütigkeit, und bereits am 3. Dezember des Uraufführungsjahres 1896 zog das Werk unter Arthur Nikisch ins Gewandhaus ein. Die laue Leipziger Reaktion wertete Stern als Erfolg, galt doch die hiesige Hörerschaft als besonders kritisch.
HITZIGES HÄUSCHEN
Davon konnte Johannes Brahms seit dem Gewandhaus-Fiasko seines 1. Klavierkonzerts ein mehrstrophiges Lied singen. Die 1. Sinfonie wurde am 18. Januar 1877, zwei Monate nach der Karlsruher Uraufführung, in Leipzig mit verhaltenem Wohlwollen empfangen, obwohl laut Presse ein förmliches Brahms-Partei-Meeting hiesiger und auswärtiger Verehrer organisiert worden war. Der Consum in Enthusiasmus war ein ganz enormer, doch aufgrund der Länge des Programms verharrte ein Theil der Zuhörerschaft keineswegs bis zum Schluß. Gewandhauskapellmeister Carl Reinecke überließ dem Komponisten das Dirigierpult: Neu. Manuscript, unter Direction des Componisten vermerkt der Programmzettel. Als Hans von Bülow das Werk fünf Jahre später mit der Meininger Hofkapelle in Leipzig präsentierte, konnten selbst die Leipziger ihre Begeisterung nicht länger verbergen und gerieten ob der Sinfonie ganz aus dem Gewandhäuschen.
(Text: Dr. Ann-Katrin Zimmermann)
Termine
Do 29.10.2026, 19:30 | Ticket
Fr 30.10.2026, 19:30 | Ticket
Ort
Gewandhaus zu Leipzig
Großer Saal Augustusplatz 8
D-04109 Leipzig
Mendelssohn-Festtage | Fokus: »Tacheles« – Jahr der jüdischen Kultur in Sachsen 2026
Gewandhausorchester
Andris Nelsons, Dirigent
Augustin Hadelich, Violine
Felix Mendelssohn Bartholdy: 6. Sinfonie C-Dur MWV N 19 – 1. und 2. Satz, vervollständigt von Luukas Hiltunen
(Deutsche Erstaufführung, Auftragswerk des Gewandhausorchesters)
Felix Mendelssohn Bartholdy: Konzert für Violine und Orchester e-Moll op. 64 MWV O 14
Robert Schumann: 4. Sinfonie d-Moll op. 120
VOM KONJUNKTIV BEHÜTET
Hoch droben im Nordosten Schottlands, wo keiner mehr mit menschlichen Lebenszeichen rechnet, lagern in der Bibliothek von Thunderthrole die unkomponierten Werke zu früh verstorbener Komponisten. Sie füllen 96.969 Regalmeter auf drei Etagen des verwinkelten Granitgebäudes aus dem 14. Jahrhundert. Pergolesis Ubi erat Pater lagert hier, Mozarts La Vendetta di Cherubino, Mendelssohns Loreleis Abgrund, oder: Der Fluch der Nachtigall, Schuberts Sturmbeschwörung für Chor, Soli und Gespenster, Schumanns Situationen für stummen Sopran, Posaune, Pauke und Harfe sowie Chopins Grande Sonate Sableuse (Sandsonate). Einen kühlen Saal im Südflügel füllen Rockballaden des Club 27.
DEM POTENZIALIS ENTRISSEN
Ungewöhnliche Umstände führten dazu, dass ein Manuskript 545 Meilen südwärts in Oxfords Bodleian Library seine Heimstatt fand. Mendelssohns älteste Tochter Marie überließ der Bibliothek kryptische Partiturseiten eines ersten Sinfoniesatzes, samt 42 Skizzentakten eines zweiten. Über den Mendelssohn-Forscher R. Larry Todd wurde der finnische Komponist Luukas Hiltunen 2020 auf den Torso aufmerksam, rekonstruierte aus dem dürftigen Material in vierjähriger Arbeit die aufführbare Version einer halben Großen C-Dur- Sinfonie, entfernt erinnernd an Schuberts Pendant und die Ruy-Blas-Ouvertüre.
ZUM IRREALIS ZURÜCKGEBRACHT
1845 hatte Mendelssohn Freunden und Geschwistern erstmals von Entwürfen zu einer neuen Sinfonie berichtet, offenbar veranlasst von Erfolgen in Paris. Die Arbeit zog sich. Dirigier- und Konzertreisen, Leipzig und Berlin, Elias und Christus nahmen ihn in Beschlag, gesundheitliche Probleme bremsten ihn aus. Nach dem Tod seiner Schwester Fanny war an schöpferische Arbeit – zumal an einer strahlenden C-Dur-Sinfonie – kaum zu denken. Was wäre wohl noch gekommen, hätte nicht am 4. November 1847 der Tod Künftiges verhindert? Auf diese schmerzhafte Frage wissen auch die beiden Sätze einer Sechsten keine Antwort. Man suche sie hoch droben im Nordosten Schottlands.
(Text: Dr. Ann-Katrin Zimmermann)
Termine
Do 5.11.2026, 19:30 | Ticket
Fr 6.11.2026, 19:30 | Ticket
So 8.11.2026, 11:00 | Ticket
Ort
Gewandhaus zu Leipzig
Großer Saal Augustusplatz 8
D-04109 Leipzig
Ethel Smyth: Ouvertüre und Vorspiel zum 2. Akt ("On the Cliffs of Cornwall") aus der Oper "The Wreckers"
Peter Tschaikowski: Fantasie-Ouvertüre "Romeo und Julia"
Antonín Dvořák: 9. Sinfonie e-Moll op. 95 ("Aus der Neuen Welt")
AUS DER ALTEN STADT . . .
Leipzig!! Here I am!!, triumphierte Ethel Smyth, als alle Widerstände überwunden waren und sie 1877 zum Studium in der Musikstadt ihrer Träume eintraf. Ganz so traumhaft wie erträumt waren Leipzig und sein Konservatorium nicht. Blitzschnell lernte die Engländerin wesentliche Merkmale deutscher Kultur kennen, schätzen und fürchten – etwa das omnipräsente Schild mit der Aufschrift »VERBOTEN«. Erlaubt war das Studium eines für Frauen sonst verschlossenen Fachs: Komposition. Ergänzender Privatunterricht bei Heinrich von Herzogenberg machte Smyth nicht nur mit Bach- und Schachspiel vertraut, sondern auch mit dessen Frau Elisabeth, die Smyth, Hals über Kopf verliebt, die glücklichsten Jahre ihres Lebens bescherte. Im Salon der Herzogenbergs lernte sie durchreisende Künstler wie Dvořák und Tschaikowski kennen, der von Leipzig zur ersten internationalen Tournee aufbrach.
. . . AUF WILDEM WEG . . .
Tschaikowski blieb die Begegnung in lebhafter Erinnerung: Wir saßen um den Teetisch, als plötzlich ein Bernhardiner-Mischling hereinstürmte und alle freudig begrüßte. »Das bedeutet, dass Miss Smyth jeden Moment eintreffen wird!« riefen alle zugleich, und tatsächlich stand eine große Engländerin in der Tür, die mir als professionelle Kollegin vorgestellt wurde. [Sie hat] Potenzial, eine ernsthafte Komponistin zu werden. Da natürlich keine Engländerin ohne exzentrische Spleens auskommt, setzte Smyth dem Leipziger Premieren- Erfolg ihrer Oper The Wreckers ein jähes Ende, indem sie – über Kürzungen zürnend – bei Nacht und Nebel im Orchestergraben alle Noten samt Partitur von den Pulten einsammelte und sich damit in den nächsten Zug setzte. Günstiger wurde ihr künstlerischer Eigensinn aufgenommen: Sie ist keine Wagnerianerin, sie ist keine Brahmsianerin, sie ist keine Straussianerin [...]. Sie geht ihren eigenen Weg. Den säumen berückende Momente kammermusikalischer Intimität mit Harfen-umgarnten Soli der Bläser ebenso wie machtvolle Gesten und hymnisches Pathos des groß besetzten Orchesters.
. . . IN DIE NEUE WELT
Als die Neue Welt noch nicht alt aussah, lockte sie Dvořák mit dem Auftrag, als Komponist und Lehrkraft Fundamente eines nationalen Tons zu legen. Doch so alt wie die Sinfonie »aus der Neuen Welt« ist die Diskussion, was daran tatsächlich »aus der Neuen Welt« stamme. Für die New Yorker Hörerschaft war der Fall klar: »Dr. Dvoraks American Symphony« war dem Rhythmen- und Melodienschatz der »negros« und »indians« verbunden und darum durch und durch »amerikanisch«. Seinen Landsleuten zuhause war sie böhmisch gefärbter Beweis seiner Heimatverbundenheit. Mit anderen Worten: Die Qualität von Dvořáks scheinbar nationaler Musiksprache liegt in ihrer tatsächlichen Universalität.
(Text: Dr. Ann-Katrin Zimmermann)
Termine
Do 12.11.2026, 19:30 | Ticket
Fr 13.11.2026, 19:30 | Ticket
Ort
Gewandhaus zu Leipzig
Großer Saal Augustusplatz 8
D-04109 Leipzig
Antonín Dvořák: 9. Sinfonie e-Moll op. 95 ("Aus der Neuen Welt")
Manche Dinge im Leben haben ihre Regeln – Ananas kommt nicht auf die Pizza, klassische Konzerte sind steif und richtig tanzen geht nur im Club. Oder? Bei der DanceConfusion geht der Abend nach einem intensiven Konzerterlebnis im Großen Saal noch weiter – mit der Live Electronic Band Karakum im Foyer.
Zum zweiten Mal lädt das Gewandhaus zur »DanceConfusion«, die Grenzen sprengt. Am 14. November 2026 beginnt der Abend im Großen Saal – mit Dvoraks 9. Sinfonie mit dem Gewandhausorchester und der Leitung von Andris Nelsons.
Und danach? Erwartet uns die Neue Welt im Foyer. Wir schlagen die Brücke zwischen Klassik und Club, wenn E-Geige und Band die Musik von Dvorak mit in die Nacht nehmen und wir zu unvergesslichen Beats tanzen. Musik ohne Dresscode – nur mit Neugier. Ein Abend für alle, die Klassik nicht nur hören, sondern fühlen wollen.
Benefizkonzert zugunsten von »Leipzig hilft Kindern«
Gewandhausorchester
Andris Nelsons, Dirigent
Lucas & Arthur Jussen, Klaviere
Wolfgang Amadeus Mozart: Konzert für zwei Klaviere und Orchester Es-Dur KV 365
Johannes Brahms: 1. Sinfonie c-Moll op. 68
Am Vorabend des ersten Advents gestaltet das Gewandhausorchester unter der Leitung von Andris Nelsons ein festliches Konzert, das musikalische Exzellenz mit gelebter Solidarität verbindet. Der Erlös des Abends kommt Projekten zugute, die jungen Menschen in unserer Region neue Perspektiven eröffnen.
Seit jenem ersten Konzert »Zum Wohle der Armen« im Jahr 1782 steht das Gewandhausorchester in einer lebendigen Tradition der Verantwortung. Heute engagiert es sich gemeinsam mit der Leipziger Volkszeitung, Porsche Leipzig, der Sparkasse Leipzig und der VNG AG in der Stiftung »Leipzig hilft Kindern« für die nachhaltige Unterstützung von Vereinen und Initiativen in und um Leipzig. Mehr als 1,8 Millionen Euro konnten so bereits in direkte Hilfe für Kinder und Jugendliche fließen.
Die Brüder Lucas und Arthur Jussen sind die Solisten in Wolfgang Amadeus Mozarts Konzert für zwei Klaviere und Orchester Es-Dur KV 365, einem Werk voll Eleganz und heiterer Zwiesprache. In Johannes Brahms’ 1. Sinfonie c-Moll op. 68 entfaltet sich schließlich jene seelische Tiefe und Erhabenheit, die den Abend in den Geist der beginnenden Adventszeit tauchen lässt.
Erleben Sie ein Konzert, das Herzen öffnet – für die Musik und für Kinder und Jugendliche, die unsere Unterstützung brauchen.
Das Gewandhausorchester ist das älteste bürgerliche Sinfonieorchester der Welt. Keimzelle des Orchesters war die 1743 von 16 Adligen und Bürgern gegründete Konzertgesellschaft »Das Große Concert«. Mit dem Umzug in die Gewerbehalle der Tuchmacher im Jahre 1781 erhielt das Ensemble seinen ersten hochwertigen Konzertsaal und den Namen »Gewandhausorchester«.
Berühmt ist das Orchester vor allem für seinen unverwechselbaren warmen und dunklen Klang, der es von vielen anderen großen Orchestern deutlich abhebt. Diese singuläre Klangfarbe und die breite Repertoire-Vielfalt kultiviert das Orchester bei nahezu 300 Auftritten jährlich in seinen drei Leipziger Spielstätten: Es ist das Konzertorchester des Gewandhauses, das Orchester der Oper Leipzig und das Ensemble, das wöchentlich in der Thomaskirche die Bach-Kantaten gemeinsam mit dem Thomanerchor gestaltet.
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Gewandhaus zu Leipzig
Augustusplatz 8
D-04109 Leipzig