Workshops für Profis & Amateure
vom 4. bis 14.8.2026
Das hochkarätige Workshop-Programm zeigt den zeitgenössischen Tanz in seiner ganzen Vielfalt. Internationale Profi- und Amateurtänzer:innen können hier ihre tänzerischen Fähigkeiten erkunden und ausbauen, neue Techniken und künstlerische Ansätze kennenlernen, intensiv mit Choreograf:innen arbeiten oder Ausgleich in somatischen Klassen finden. Unabhängig von Hintergrund, körperlichen Voraussetzungen und Alter – die TANZWERKSTATT EUROPA hat für jeden etwas zu bieten.
(Bild: TANZWERKSTATT EUROPA 2026, Foto: Anne Teresa de Keersmaeker / Rosas: "Rosas danst Rosas", 1983, Foto (c) Jean-Luc Tanghe)
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Tanzwerkstatt Europa
JOINT ADVENTURES - Walter Heun Zielstattstraße 10A D-81379 München
Dhélé Agbetou
“Hip Hop - House - Funk: Urban Styles”
In diesem Workshop können Tänzer:innen aller Levels in die Welt des urbanen Tanzes eintauchen. Auf dem Programm stehen mit Popping und Locking die Stile der 70er, der House Dance der 80er, der Old School-Hip Hop der 90er und der moderne New Style-Hip Hop von heute. Der Kurs umfasst Technik, Grundschritte, Choreografien und befähigt zum Freestyle.
Unter der Leitung von Dhélé Agbetou können die Teilnehmer:innen ihre Fähigkeit verbessern, Steps zu erlernen, zu improvisieren, ihren Körper zu verstehen und sich ganz individuell tänzerisch auszudrücken. Der Kurs ist für alle geeignet, die Spaß an der Bewegung haben, ihre künstlerischen Fähigkeiten entdecken und andere begeisterte Mover:innen kennenlernen möchten.
Dhélé ist sowohl im urbanen als auch im zeitgenössischen Tanz zu Hause. Er gewann zahlreiche Hip Hop-Battles in Deutschland, Frankreich, Israel, Südafrika und Japan und tourt als Tänzer international. Seit über 10 Jahren engagiert er sich dafür, Kindern und Jugendlichen die Hip Hop-Kultur tänzerisch näher zu bringen. U.a. gründete er in Bielefeld 2017 das inzwischen international stattfindende Festival Urban Stylez. Für seine Initiative erhielt er im Jahr 2021 den Bielefelder Kulturpreis. Dhélé ist jüngstes Vorstands-Mitglied des Dachverbands Tanz Deutschland, wo er sich für den Ausbau zukunftsfähiger Strukturen im urbanen Tanz einsetzt.
„A Crash Course in Faking Mastery“ ist ein Workshop, der mit dem Mythos „fake it till you make it“ aufräumt. Sich anzupassen und sogar vortäuschen zu können, wenn es nötig ist, sind in der Tanzwelt wertvolle Fähigkeiten. Oft landen wir unvorbereitet in Situationen, in denen wir wenig Vorbereitungszeit oder keine Erfahrung mit dem haben, was von uns verlangt wird. In diesem Workshop setzen wir uns spielerisch mit der Kunst auseinander, in allem, was wir tun, überzeugend zu sein – egal, ob es darum geht, neue Bewegungen zu erlernen, eine Rolle zu verkörpern, zu improvisieren oder eine Phrase zu kreieren. An fünf intensiven Workshop-Tagen erforschen wir fünf Schlüsselkonzepte und -fähigkeiten, die die Vielseitigkeit eines:r Künstler:in ausmachen und jenseits technischer Fähigkeiten liegen. Durch angeleitete Übungen und Improvisationen erkunden wir:
1. Kompositionswerkzeuge und deren Bezug zur Musik
2. Charakterbildung, Ausdruckskraft und Verkörperung
3. Improvisationstechniken
4. Improvisieren in der Gruppe
5. Erforschung der Fähigkeit, sich anzupassen und verschiedene Zustände überzeugend darzustellen
Wir beherrschen nicht nur den Tanz, sondern auch die Kunst, ihn zu faken.
Daniel Conant tritt in ganz Europa für Künstler:innen wie Moritz Ostruschnjak, Simone Forti, Paula Rosolen, Alexandra Pirici, Emi Miyoshi, Niels Weijer und Simon Vincenzi auf. 2023 wirkte er am Münchner Residenztheater in der Produktion „Andersens Erzählungen“ mit. In seiner eigenen choreografischen Praxis konzentriert er sich auf die Überschneidung von Tanz und Digitalität und die Rolle von „Liveness“ in der zeitgenössischen Performance. Sein Stück „BEAUTIFUL“, in Zusammenarbeit mit Ana Rita Xavier, Madison Pomarico und Jonas Friedlich, wurde im April 2025 auf dem DDD Festival in Porto uraufgeführt. Mit denselben Künstler:innen erarbeitete er „TENDER RIOT“, dessen Premiere im Februar 2026 im Rahmen des GUIdance Festivals in Guimarães stattfand. 2022 wurde Daniel Contant von der Zeitschrift tanz zum „Tänzer des Jahres“ ernannt.
Der “Urban Fusion”-Workshop bietet fortgeschrittenen und professionellen Tänzer:innen die Möglichkeit, urbane Tanzstile mit zeitgenössischem Bewegungsvokabular zu verschmelzen. Von Grooves und verschiedenden Movement Qualities bis hin zu Shapes und Flow werden bekannte Tools aus House, Funk, Hip-Hop, dem zeitgenössischen Tanz sowie deren Schnittstellen erforscht. Durch frische Ideen und Impulse für Selbstkreationen können die Teilnehmer:innen ihre Fähigkeiten und ihre künstlerische Identität in neue Bereiche hinein entwickeln, unabgängig davon, ob ihr Hintergrund im urbanen oder zeitgenössischen Tanz liegt. Die eigenen Erkenntnisse mit den anderen zu teilen und gemeinsam in der Gruppe kreativ zu werden, sind essentielle Bestandteile des Workshops.
Dhélé ist sowohl im urbanen als auch im zeitgenössischen Tanz zu Hause. Er gewann zahlreiche Hip Hop-Battles in Deutschland, Frankreich, Israel, Südafrika und Japan und tourt als Tänzer international. Seit über 10 Jahren engagiert er sich dafür, Kindern und Jugendlichen die Hip Hop-Kultur tänzerisch näher zu bringen. U.a. gründete er in Bielefeld 2017 das inzwischen international stattfindende Festival Urban Stylez. Für seine Initiative erhielt er im Jahr 2021 den Bielefelder Kulturpreis. Dhélé ist jüngstes Vorstands-Mitglied des Dachverbands Tanz Deutschland, wo er sich für den Ausbau zukunftsfähiger Strukturen im urbanen Tanz einsetzt.
Sabine Haß-Zimmermann
“Contemporary Dance for Golden Agers”
Sabine Haß-Zimmermanns Workshop vereint die Release-Technik in kreativer Fusion mit Elementen aus der Feldenkrais-Methode und Yoga. Der Unterricht entfaltet sich am Boden. Atemübungen und gezielte Mobilisation helfen dabei, die Selbstwahrnehmung zu verfeinern. Durch immer lebendiger werdende Passagen führt das Training schließlich zur Choreografie, die auch Improvisation und Partnerarbeit beinhalten kann. Mit spielerischer Neugier experimentieren die Kursteilnehmer:innen mit Gestalt und Ausdruck. Im Mittelpunkt: die Lust auf Entdeckung, das Erkunden der eigenen Möglichkeiten, die Lust an der Bewegung und der Spaß.
Der Workshop richtet sich an alle Tanzinteressierten der Generation 50+ und verbindet, unabhängig vom jeweiligen Bewegungshintergrund, unterschiedliche Levels miteinander.
Sabine Haß-Zimmermann studierte Tanz, Contact Improvisation, Akrobatik, Gesang und Schauspiel in München und New York. Sie hatte zahlreiche internationale Gastspiele und arbeitete u.a. mit Coogan Dancers, dem Theater Winterquartier und jahrelang mit Micha Purucker zusammen. Sie ist als Feldenkrais Practitioner ausgebildet, Mitglied des Tanztendenz München e.V. und engagierte sich im Rahmen von Tanz und Schule als Pädagogin und Projektleiterin an vielen Münchner Schulen.
Für die Teilnahme wird eine Yoga- oder Fitness-Matte benötigt. Es werden Matten zur Verfügung gestellt, jede:r Teilnehmer:in ist aber auch eingeladen, seine/ihre eigene Matte mitzubringen.
Tai-Chi Dao-Yin zielt darauf ab, die Körperenergie, im chinesischen „Chi“ genannt, zu harmonisieren. Ein harmonischer Kreislauf der Energien ist Grundvoraussetzung die körperliche und seelische Gesundheit. Die spiralförmigen, kreisenden Bewegungen dehnen Muskeln, Sehnen und Gelenke. Sie öffnen innere Räume, lösen Barrikaden und führen zu tiefer Entspannung. Tai-Chi Dao-Yin entfaltet sich wie eine tiefe Massage von Innen. Die aus Taiwan stammende Choreografin und Tanzpädagogin Chiang-Mei Wang eröffnet einen neuen Zugang zu den Möglichkeiten des eigenen Körpers.
Chiang-Mei Wang war 10 Jahre lang Solistin des Cloud Gate Dance Theatre in Taiwan, Asiens rennomierter Tanz-Kompanie. Sie arbeitete während dieser Zeit intensiv mit dem Tai-Chi Dao-Yin Meister Wei Shong in Taiwan und erhielt 2002 ihre Lehrerzulassung.
Liza Penkova
“Old School Class - Future Possibilities”
Das 20. Jahrhundert prägten moderne, postmoderne und zeitgenössische Tanzpraktiken, die jeweils die kulturellen und sozialen Kontexte ihrer Zeit widerspiegelten und gesellschaftliche Normen in Frage stellten. Heute entwickelt sich der zeitgenössische Tanz als Reaktion auf diese kanonisch geprägte Tradition weiter und legt Schwerpunkte auf Themen wie Inklusion, Klimaschutz oder Empowerment-Diskurse.
Doch wann wird das einst radikal Neue wieder zur Norm? Vermeintlich neue Ästhetiken tarnen oft alte Strukturen. Und wer Normen brechen will, muss sie zuerst verstehen. Denn dieses Wissen bietet die Basis, um Visionäres zu erschaffen.
Liza Penkowa hinterfragt in diesem Kurs das grundlegenden Training, das die Geschichte des westlichen zeitgenössischen Tanzes geprägt haben. Denn jede Technik entspringt einer Tradition, einem Dialog, einer Kontinuität, einer Vorstellung von Macht, die das Vorangegangene sowohl nährt als auch reflektiert. Zwischen strukturierter Improvisation und festgelegten “Old School” Bewegungsabläufen wie Grahams Kontraktionen, Paxtons Undulationen, Cunninghams Rückenstreckungen, Labans räumlicher Harmonie, Dunhams Isolationen, Matt Mattox’ Koordinationsarbeit bis hin zum verfeinerten Bewusstsein für den Muskeltonus in Release-Techniken, erforscht der Kurs für professionelle Tänzer:innen, wie Geschichte, Form und körperliche Ideologien aufeinandertreffen. Im gemeinsamen Nachvollziehen vergangener Paradigmenwechsel entsteht das körperliche Bewusstsein, bestehende Normen zu durchbrechen.
Liza Penkova ist eine schwedische Tänzerin, Choreografin, Performerin und Forscherin, die in Göteborg lebt. Sie studierte an der Königlichen Schwedischen Ballettschule und bei P.A.R.T.S. und hat einen Master-Abschluss in Choreografie mit Schwerpunkt Tanzdidaktik von der Stockholmer Universität der Künste.
Ihre künstlerische Praxis hat ihre Wurzeln in der Bewegungsforschung und setzt sich mit Archiven, Erinnerung sowie der Geschichte des Tanzes und anderer Künste auseinander. Sie verbindet Dokumente, Erinnerungen, Archivmaterial und gelebte Erfahrungen zu einem einheitlichen choreografischen Gewebe. Penkovas Arbeit ist geprägt von ihrer langjährigen Tätigkeit als Tänzerin bei Anne Teresa De Keersmaeker / Rosas in Brüssel sowie von Kooperationen mit Choreografen wie Michèle Noiret und Helena Franzén. Zudem hat sie mit unabhängigen Künstler:innen in ganz Europa zusammengearbeitet, darunter Veli Lehtovaara, Georgia Vardarou und das Kollektiv PhD in dem Stück „One Night”, und dabei eine interdisziplinäre und forschungsorientierte choreografische Sprache entwickelt. Neben ihrer künstlerischen Arbeit ist sie im schwedischen Kulturbereich als Vorstands-Vorsitzende von Konstkollektivet und als Produzentin bei Vitlycke – Zentrum für darstellende Künste – tätig.
Der Workshop bietet eine eingehende Auseinandersetzung mit den Grundprinzipien von „Drumming“ (1998), einem der bekanntesten choreografischen Werke von Anne Teresa De Keersmaeker, das zu Steve Reichs wegweisender minimalistischer Komposition „Drumming“ (1971) entstanden ist. In „Drumming“ übersetzt De Keersmaeker musikalische Kompositionsprinzipien in Bewegung: Eine einzige choreografische Phrase wird zur Grundlage für eine endlose Vielfalt an Variationen, die sich durch Zeit und Raum entfalten.
Liza Penkova konzentriert sich auf ausgewählte Teile der grundlegenden Bewegungsphrase der Choreografie, analysiert deren kompositorische und choreografische Struktur und führt die Teilnehmer:innen gleichzeitig in die wichtigsten räumlichen Modifikatoren, Parameter und Einflussfaktoren ein, die im gesamten Stück verwendet werden. Besonderes Augenmerk wird darauf gelegt, wie Dynamik durch die Erweiterung und Transformation der räumlichen Organisation entsteht.
Liza Penkova ist eine schwedische Tänzerin, Choreografin, Performerin und Forscherin, die in Göteborg lebt. Sie studierte an der Königlichen Schwedischen Ballettschule und bei P.A.R.T.S. und hat einen Master-Abschluss in Choreografie mit Schwerpunkt Tanzdidaktik von der Stockholmer Universität der Künste.
Ihre künstlerische Praxis hat ihre Wurzeln in der Bewegungsforschung und setzt sich mit Archiven, Erinnerung sowie der Geschichte des Tanzes und anderer Künste auseinander. Sie verbindet Dokumente, Erinnerungen, Archivmaterial und gelebte Erfahrungen zu einem einheitlichen choreografischen Gewebe. Penkovas Arbeit ist geprägt von ihrer langjährigen Tätigkeit als Tänzerin bei Anne Teresa De Keersmaeker / Rosas in Brüssel sowie von Kooperationen mit Choreografen wie Michèle Noiret und Helena Franzén. Zudem hat sie mit unabhängigen Künstler:innen in ganz Europa zusammengearbeitet, darunter Veli Lehtovaara, Georgia Vardarou und das Kollektiv PhD in dem Stück „One Night”, und dabei eine interdisziplinäre und forschungsorientierte choreografische Sprache entwickelt. Neben ihrer künstlerischen Arbeit ist sie im schwedischen Kulturbereich als Vorstands-Vorsitzende von Konstkollektivet und als Produzentin bei Vitlycke – Zentrum für darstellende Künste – tätig.
Sandra Marín Garcia
“Golden Agers. In the Space Between. Improvisation, Presence and Relational Movement”
Kinästhetische Wahrnehmung bezeichnet die Fähigkeit, Position, Bewegung, Spannung und Krafteinsatz der eigenen Körperteile – also von Muskeln, Sehnen und Gelenken – auch ohne visuelle Kontrolle wahrzunehmen und zu regulieren. Sie ist ein Bestandteil der Propriozeption, ermöglicht räumliche Koordination und spielt eine zentrale Rolle beim Erlernen von Bewegungen.
Durch kinästhetisch orientierte Improvisation lädt der Workshop dazu ein, die vielfältigen Möglichkeiten des Körpers, die zwischenmenschliche Kraft der Bewegung und die eigene Tiefensensibilität zu entdecken, die durch verschiedene Formen der Interaktion geprägt wird. Dabei kommen die Informationen aus den Rezeptoren in Muskeln, Sehnen und Gelenken nicht von außen, sondern ermöglichen und verbessern gleichzeitig die unbewusste sowie bewusste Kontrolle und Steuerung von Bewegungen.
Im Kurs „Golden Agers“ führt eine angeleitete Improvisation die Teilnehmer:innen in einen kreativen Prozess, in dem Bewegung und Gestik aus der gemeinsamen Erkundung entstehen.
Sandra Marín Garcia absolvierte ihr Studium an der Hochschule für Tanz und Choreografie des Institut del Teatre in Barcelona und ist zertifizierte Praktikerin für Yiquan, Kampf- und Heilkünste an der Chen Akademie in der Schweiz. In ihrer beruflichen Laufbahn arbeitete sie mit mehreren internationalen Kompanien, darunter das Polnische Tanztheater, das Theater Vorpommern in Greifswald und Stralsund, das Theater Dortmund, das Scapino Ballett Rotterdam, das Cullberg Ballett, das Netherlands Dance Theatre I und Kidd Pivot. Während dieser Zeit arbeitete sie mit renommierten Choreografen wie Johan Inger, Paul Lightfoot, Sol León, Mats Ek, Sidi Larbi Cherkaoui, Marina Mascarell, Jiří Kylián und Crystal Pite. Seit 2010 ist sie als Choreografin und Pädagogin tätig und seit 2022 leitet sie den Fachbereich „Coreografia i interpretació” am Conservatori Superior de Dansa des Institut del Teatre in Barcelona.
Tauche ein in einen lebendigen Workshop, der Partnerarbeit und Kontaktimprovisation als kreatives Forschungsfeld nutzt. Hier geht es um mehr als Bewegung: Es geht um Zuhören, Reagieren und das feine Zusammenspiel von Körpern im Raum. Durch Berührung, Gewicht, Nähe und Aufmerksamkeit entwickelst du praktische Werkzeuge, die deine Arbeit im Solo, im Duett und im Ensemble spürbar vertiefen.
Klare Strukturen und körperliche Impulse eröffnen dir neue Wege, Bewegung aus Kontakt und Beziehung entstehen zu lassen. Du lernst, Informationen im gemeinsamen Tanz zu sammeln und sie unmittelbar in deine eigene Praxis zu integrieren – wach, präsent und reaktionsfähig.
Dieser Workshop ist ein dynamischer Erfahrungsraum, geprägt von künstlerischer Praxis und inspiriert von Einflüssen bedeutender Bewegungsforscher:innen wie Steve Paxton und Lisa Nelson. Mit Neugier, Spielfreude und einem offenen Blick für das, was im Moment entsteht, erkundest du die Vielfalt körperlicher Kommunikation.
Ideal für alle, die ihre Wahrnehmung schärfen, ihre Zusammenarbeit mit anderen vertiefen und ihre Bewegungspraxis durch direkte, körperliche Erfahrung erweitern möchten.
Charlie Morrissey ist Performer, Lehrer und Regisseur, der seit mehr als 35 Jahren mit Bewegung arbeitet. Seine Praxis ist beeinflusst und inspiriert durch die Zusammenarbeit mit Künstler:innen wie Steve Paxton, Lisa Nelson, Scott Smith, K. J. Holmes, Kirstie Simson, Karen Nelson, Siobhan Davies, Katye Coe, Andrea Buckley, Becky Edmunds und vielen anderen.
Sandra Marín Garcia
“Beginners of All Ages. In the Space Between. Improvisation, Presence and Relational Movement”
Kinästhetische Wahrnehmung bezeichnet die Fähigkeit, Position, Bewegung, Spannung und Krafteinsatz der eigenen Körperteile – also von Muskeln, Sehnen und Gelenken – auch ohne visuelle Kontrolle wahrzunehmen und zu regulieren. Sie ist ein Bestandteil der Propriozeption, ermöglicht räumliche Koordination und spielt eine zentrale Rolle beim Erlernen von Bewegungen.
Durch kinästhetisch orientierte Improvisation lädt der Workshop dazu ein, die vielfältigen Möglichkeiten des Körpers, die zwischenmenschliche Kraft der Bewegung und die eigene Tiefensensibilität zu entdecken, die durch verschiedene Formen der Interaktion geprägt wird. Dabei kommen die Informationen aus den Rezeptoren in Muskeln, Sehnen und Gelenken nicht von außen, sondern ermöglichen und verbessern gleichzeitig die unbewusste sowie bewusste Kontrolle und Steuerung von Bewegungen.
Im Kurs „Beginners of All Ages“ regen Übungen und Spiele Intuition und Spontaneität an und eröffnen Raum für spielerische und reaktionsschnelle Bewegung.
Sandra Marín Garcia absolvierte ihr Studium an der Hochschule für Tanz und Choreografie des Institut del Teatre in Barcelona und ist zertifizierte Praktikerin für Yiquan, Kampf- und Heilkünste an der Chen Akademie in der Schweiz. In ihrer beruflichen Laufbahn arbeitete sie mit mehreren internationalen Kompanien, darunter das Polnische Tanztheater, das Theater Vorpommern in Greifswald und Stralsund, das Theater Dortmund, das Scapino Ballett Rotterdam, das Cullberg Ballett, das Netherlands Dance Theatre I und Kidd Pivot. Während dieser Zeit arbeitete sie mit renommierten Choreografen wie Johan Inger, Paul Lightfoot, Sol León, Mats Ek, Sidi Larbi Cherkaoui, Marina Mascarell, Jiří Kylián und Crystal Pite. Seit 2010 ist sie als Choreografin und Pädagogin tätig und seit 2022 leitet sie den Fachbereich „Coreografia i interpretació” am Conservatori Superior de Dansa des Institut del Teatre in Barcelona.
Andrea Marton, Ute Schmitt & Vanessa Thron
“All Abled – Tanz für ALLE!”
Der Workshop „All Abled – Tanz für ALLE!“ richtet sich an alle, die endlich tanzen wollen oder schon immer tanzen. Er ist eine Einladung für alle Menschen, unabhängig von Alter, Herkunft, Geschlecht, sprachlichen Fähigkeiten, körperlichen und kognitiven Potentialen oder tänzerischen Vorerfahrungen. Auf der Basis des Zeitgenössischen Tanzes und der DanceAbility-Methode® laden Andrea Marton, Ute Schmitt und Vanessa Thron dazu ein, bewegte Dialoge und tänzerische Begegnungen jenseits vorgegebener Formen im eigenen Tempo mit Bewegungen zu gestalten und mit den individuellen Möglichkeiten allein, zu zweit oder in der Gruppe zu spielen.
Andrea Marton, Ute Schmitt und Vanessa Thron arbeiten im Team an der Schnittstelle zwischen Tanzkunst, kultureller Bildung und Soziokultur. Andrea Marton entwickelt und forscht an generationsverbindenden Formaten und körperdiversen Zugängen in Tanzkunst und Vermittlung, ist im Leitungsteam von Community Dance im HP8, den Kammerspielen, dem Lenbachhaus und der LUISE. Gemeinsam mit Vanessa Thron erhielt sie 2026 das Tanzstipendium der Stadt München. Ihre Arbeitsweise ist geprägt von partizipativen, altersunabhängigen, körperdiversen und demokratiesensibilisierenden Vermittlungszugängen. Ihre Neugierde gilt der Diversität von Tanzenden im Kontext gesellschaftlicher Entwicklungen.
Ute Schmitt ist Tanzvermittlerin und Heilpädagogin, sie arbeitet im Bereich niedrigschwellige kulturelle Bildung für alle. Sie leitet Tanzprojekte in Krippen, Kindergärten und Schulen, ist in der Weiterbildung von Tanzvermittler:innen, Pädagog:innen und Studierenden tätig. Sie gründete u.a. mit Andrea Marton die Initiative Community Dance München und organisiert das Angebot Tanz inklusive! in München. Sie möchte Menschen mit unterschiedlichen Fähigkeiten und Lebenshintergründen zum Tanzen bringen und damit eine Kultur des Tanzes schaffen, welche allen Menschen offensteht und niemanden ausgrenzt.
Vanessa Thron ist studierte Philosophin und angehende Sozialarbeiterin. Schon früh war sie in den darstellenden Künsten aktiv und entdeckte als Frau mit Beeinträchtigung im Rollstuhl dadurch den zeitgenössischen Tanz als Raum, in dem Körperdiversität als eigenständiges künstlerisches Potential genutzt werden kann. Ihr Interesse gilt den Themen Biografie, Körper und Materialität im Verhältnis zwischen angewandter und darstellender Kunst und als Zugangsmöglichkeit zu Tanz und Bewegung. Sie arbeitet in verschiedenen Community Dance-Projekten in München.
Bitte schicken Sie, ergänzend zur Anmeldung über unser Buchungsportal, eine E-Mail mit Ihren individuellen Zugangsvoraussetzungen an t.pazzini@jointadventures.net. Für diesen Workshop zahlen Sie nur so viel, wie Sie können. Die Anmeldegebühr muss, sollten Sie keinen weiteren Workshop buchen, nicht gezahlt werden. Bitte ignorieren Sie die automatische Vorauswahl im Buchungs-Portal.
Leichte Sprache:
All Abled – Tanz für ALLE
Bei diesem Kurs kann jede und jeder mittanzen:
Menschen mit Tanz-Erfahrung und Menschen ohne Tanz-Erfahrung.
Menschen mit Behinderung und Menschen ohne Behinderung.
Zur Musik kannst du dich ganz frei bewegen, in deinem eigenen Tempo, in deiner eigenen Art. Wir begleiten dich dabei.
GN | MC - Guy Nader | Maria Campos
“Partnering - Creation Tools”
Mit ihrer in Barcelona ansässigen Kompanie GN | MC haben Guy Nader und Maria Campos eine eigene künstlerische Sprache entwickelt, die sowohl von der Suche nach raffinierter Körperlichkeit als auch nach Präzision in der Bewegung geprägt ist. Durch das „Partnering“ erkunden sie neue Wege, die Beziehungen zwischen zwei oder mehr Körpern zu gestalten. Dabei loten sie auf höchst virtuose Weise die Grenzen des Körpers aus.
Dieser Workshop basiert auf Partnerarbeit, Kontakt und dem künstlerischen Bewegungsvokabular, das sie in den Entstehungs- und Forschungsprozessen ihrer Stücke verwenden. Anhand verschiedener Aufgaben und Ausgangspunkte, die Bewegung erzeugen, erforschen die Teilnehmenden, wie unterschiedliche Körper durch Komplizenschaft zusammenwirken.
Ihr werdet verschiedene Arten erlernen, einen Partner zu tragen, Gewicht zu geben und zu empfangen, eine gemeinsame Achse, Gegengewicht und Gleichgewicht zu finden sowie euch im Raum gemeinsam zu bewegen, indem ihr eure je spezifischen Fähigkeiten mit einbringt. Die Arbeit konzentriert sich auf die Entwicklung von Vertrauen, Achtsamkeit und die Bereitschaft, körperliche Risiken einzugehen.
Außerdem studiert ihr Partnerbewegungssequenzen aus früheren GN | MC-Werken ein und entwickelt durch konkrete körperliche Aufgaben neues Material. Durch Beobachtung und Erforschung der Bewegungsmechanik zielt der Workshop darauf ab, neue Wege und Ansätze zum Verständnis von Bewegung und Körper zu vermitteln.
Der libanesische Künstler Guy Nader und die spanische Künstlerin Maria Campos arbeiten seit 2006 zusammen. Ihre Werke wurden auf verschiedenen Festivals und an zahlreichen Veranstaltungsorten weltweit gezeigt. Als Gastchoreografen wurden GN | MC von verschiedenen Ensembles eingeladen, darunter die EnKnapGroup in Slowenien, die Eva Duda Dance Company / Movein Mission in Ungarn, tanzmainz in Deutschland und das XieXin Dance Theatre in Shanghai, China.
GN | MC wurden für ihr Stück FALL SEVEN TIMES, das sie gemeinsam mit tanzmainz am Staatstheater Mainz entwickelten, mit dem Theaterpreis DER FAUST 2017 ausgezeichnet und erhielten 2019 den Preis der Stadt Barcelona. Außerdem erhielten GN | MC bei den XXVIII Premios Max de las Artes Escénicas 2025 für NATURAL ORDER OF THINGS drei Preise: Beste Choreografie sowie Beste Tänzerin und Bester Tänzer.
Advanced: 14.30 – 16.30 H
Professionals: 17.00 – 19.00 H
Ceren Oran
“Dance for People – From Ideas to Premieres”
Im choreografischen Labor – einem kreativen Erkundungsraum – „Dance for People“ erkundet und enthüllt die Choreografin Ceren Oran die verschiedenen Phasen kreativer Prozesse. Mit ansteckender Leidenschaft und tiefer Expertise teilt sie wertvolle Tools und persönliche Erfahrungen, die die Teilnehmer:innen Schritt für Schritt auf der kreativen Reise begleiten – vom ersten zündenden Gedanken bis zum magischen Moment der Premiere.
Gemeinsam tauchen die Workshop-Besucher:innen tief in die Welt der Tanzproduktion ein, hinterfragen Abläufe und entdecken neue Perspektiven: Welche Bedeutung hat eine gezielte Probenvorbereitung? Wie wichtig ist das Casting für den kreativen Prozess? Wie lassen sich Emotionen und Ideen durch Improvisation und kreative Aufgaben in ausdrucksstarke choreografische Bilder umsetzen? Auch das berühmte Prinzip „kill your darlings“ wird zur transformierenden künstlerischen Strategie.
Ceren Oran – Tänzerin, Choreografin und künstlerische Leiterin der Münchner Kompanie Ceren Oran & Moving Borders – steht für eine klare Vision: Zeitgenössischer Tanz gehört als Kunstform sowie als Praxis allen und sollte für alle zugänglich sein! Mit innovativen Performances im öffentlichen Raum, Projekten für junges Publikum und vielfältigen Formaten schafft sie Erlebnisse, die bewegen und verbinden. Ihr Ziel: Kunst zugänglich machen, Grenzen aufbrechen und ein Publikum erreichen, das so vielfältig ist wie der Tanz selbst.
Ceren Oran wurde 2025 für ihr Tanzstück »Gute Wut« mit dem renommierten Deutschen Theaterpreis DER FAUST in der Kategorie Regie Kinder- und Jugendtheater geehrt. Zudem erhielt sie 2022 den Förderpreis Tanz der Stadt München.
Gaga – eine revolutionäre Bewegungssprache, die Ohad Naharin über viele Jahre hinweg parallel zu seiner Arbeit als weltberühmter Choreograf entwickelt hat. Gaga-Kurse entfesseln eine umfassende Aktivierung des Körpers und körperlicher Empfindungen. Sie schaffen einen Raum, um den Körper zu entdecken und zu stärken und Flexibilität, Ausdauer, Beweglichkeit und Fähigkeiten wie Koordination und Effizienz zu verbessern, während gleichzeitig die Sinne und die Fantasie angeregt werden. Durch vielschichtige Aufgaben werden vernachlässigte Körperbereiche wieder aktiviert, das Bewusstsein für Gewohnheiten geschärft und die Effizienz von Bewegungen verbessert.
Der intensive Kurs Gaga/dancers richtet sich an Profi-Tänzer:innen und fortgeschrittene Tanzschüler:innen ab 16 Jahren. Er schärft und vertieft das Bewusstsein der Tänzer:innen für körperliche Empfindungen, erweitert ihre Palette verfügbarer Bewegungsmöglichkeiten, verbessert ihre Fähigkeit, ihre Energie zu regulieren und ihre explosive Kraft gezielt einzusetzen, und bereichert ihre Bewegungsqualität um eine Vielzahl von Texturen. Die Verbindung von vertrauten Fähigkeiten mit Gaga-Aufgaben stellt die Tänzer:innen vor ganz neue Herausforderungen, und im Laufe des Unterrichts werden sie aufgefordert, sich auch zu ungewohnten Orten und Bewegungsformen vorzutasten, um die Unendlichkeit ihrer Möglichkeiten zu entdecken. Die Tänzer:innen werden angeleitet, ihre Anstrengung mit Freude zu verbinden und zu entdecken, welche Vorteile es hat, auch mal albern zu sein.
Smadar Goshen ist Choreografin, Tänzerin, zertifizierte Gaga-Lehrerin, Gyrotonic- und Gyrokinesis-Trainerin. Sie absolvierte ihren Bachelor in Tanz und ihren Master in Choreografie an der Jerusalem Academy for Music and Dance. Seit 2011 werden ihre Arbeiten auf verschiedenen Plattformen weltweit aufgeführt. Im Jahrbuch des Magazins tanz 2023 wurde Smadar als eine der 10 vielversprechendsten Pionier:innen für den Tanz in Deutschland geehrt. Derzeit vertritt sie als Choreografin im Rahmen des Netzwerks Réseau GRAND LUXE die Tanzabteilung des Theaters Freiburg. Von 2024 – 2026 wird sie von der Landeshauptstadt Stuttgart und dem Landesverband Freie Tanz- und Theaterschaffende Baden-Württemberg unterstützt.
Gaga - eine revolutionäre Bewegungssprache, die Ohad Naharin über viele Jahre hinweg parallel zu seiner Arbeit als weltberühmter Choreograf entwickelt hat. Gaga-Kurse entfesseln eine umfassende Aktivierung des Körpers und körperlicher Empfindungen. Sie schaffen einen Raum, um den Körper zu entdecken und zu stärken und Flexibilität, Ausdauer, Beweglichkeit und Fähigkeiten wie Koordination und Effizienz zu verbessern, während gleichzeitig die Sinne und die Fantasie angeregt werden. Durch vielschichtige Aufgaben werden vernachlässigte Körperbereiche wieder aktiviert, das Bewusstsein für Gewohnheiten geschärft und die Effizienz von Bewegungen verbessert. Die Teilnehmer:innen werden darin gefördert, in Momenten der Anstrengung die Freude am Tanz stärker zu empfinden.
Der Gaga/people-Kurs ist offen für Menschen ab 16 Jahren, unabhängig von ihrem Hintergrund in Tanz oder Bewegung. Es sind keine tänzerischen Vorkenntnisse erforderlich. Die Teilnehmer:innen sollten bequeme Kleidung tragen und darauf vorbereitet sein, barfuß oder in Socken zu tanzen.
Smadar Goshen ist Choreografin, Tänzerin, zertifizierte Gaga-Lehrerin, Gyrotonic- und Gyrokinesis-Trainerin. Sie absolvierte ihren Bachelor in Tanz und ihren Master in Choreografie an der Jerusalem Academy for Music and Dance. Seit 2011 werden ihre Arbeiten auf verschiedenen Plattformen weltweit aufgeführt. Im Jahrbuch des Magazins tanz 2023 wurde Smadar als eine der 10 vielversprechenden Pionier:innen für den Tanz in Deutschland geehrt. Derzeit vertritt sie als Choreografin im Rahmen des Netzwerks Réseau GRAND LUXE die Tanzabteilung des Theaters Freiburg. Von 2024 – 2026 wird sie von der Landeshauptstadt Stuttgart und dem Landesverband Freie Tanz- und Theaterschaffende Baden-Württemberg unterstützt.
“C'est une révolte? - Non, Sire, c'est une révolution!” (La Rochefoucauld-Liancourt)
Aufstände sind ein wiederkehrendes Moment der Menschheitsgeschichte – Ausdruck von Widerstand, Veränderungswillen und kollektiver Bewegung. Von der secessio plebis im antiken Rom über die Französische Revolution bis hin zu den Protestformen der US-Bürgerrechtsbewegung oder auf dem Maidan: Immer waren es Körper im Raum, die politische und gesellschaftliche Dynamiken sichtbar gemacht haben. Ob friedlich, politisch druckvoll oder gewaltsam – jede Form des Aufbegehrens bringt ihre eigene körperliche Sprache hervor.
Der Workshop widmet sich genau dieser physischen Dimension von Protest und Aufstand. Ausgangspunkt sind Bildwelten aus sozialen Medien, die als Impulsgeber dienen, um Bewegungen zu untersuchen, zu transformieren und in einem energetisch-dynamischen Tanz-Workshop zu verdichten. Im Fokus steht dabei nicht nur die äußere Form des Protests, sondern auch das, was ihn antreibt: Emotionen, Spannungen, kollektive Energie.
Teilnehmende erforschen in diesem Tanzkurs unterschiedliche Rollen innerhalb von Aufständen – von Demonstrierenden über Betroffene bis hin zu vermittelnden Instanzen – und setzen sich mit den dahinterliegenden, getanzten Dynamiken auseinander. Welche Körperhaltungen entstehen in Momenten von Widerstand? Was erzählen sie über Stärke, Verletzlichkeit oder Ambivalenz?
Mani Obeya, geboren in Nigeria und aufgewachsen in England, ist Tänzer, Sänger/Songwriter und Choreograf. Seine Ausbildung erhielt er u. a. an der Arts Educational School, beim Ballet Rambert und am Dance Theatre of Harlem. Er war Solist am Theater Heidelberg, Nationaltheater Mannheim und an der Volksoper Wien sowie später Gast bei der Forsythe Company.
Es folgten internationale Engagements, darunter eine langjährige Zusammenarbeit mit der Michael Keegan Dolans Kompanie (heute Teac Damsa), mit der er weltweit tourte und auch als Assistent und Probenleiter tätig war.
Seit 2004 ist er Sänger der Band Sofa Surfers und wurde mit zwei Amadeus Austrian Music Awards ausgezeichnet. Zudem arbeitet er als Choreograf an renommierten Theatern wie der Deutschen Oper Berlin, dem Deutschen Theater Berlin, dem Theater Bremen, dem Schauspielhaus Dresden und engagiert sich in internationalen Jugendprojekten, u.a. in Nairobi und mit Asylbewerber:innen in Österreich.
Advanced: 14.30 – 16.30 H
Professionals: 17.00 – 19.00 H
Leah Marojević
“Dancing Facts and Singing Fictions – BODIES”
Ein Workshop, der Körper, Bewegung und Stimme in einen lebendigen Dialog bringt: Die in Berlin lebende Künstlerin Leah Marojević lädt zu einer offenen, praxisorientierten Auseinandersetzung mit Improvisation ein. Das Angebot richtet sich an professionelle Tänzer:innen aller Erfahrungsstufen und versteht Improvisation als eine vernetzte, körperbezogene Praxis, in der Bewegung und Stimme miteinander in Beziehung treten.
Der Vormittagskurs legt den Fokus auf das Tanzen selbst – als Begegnung mit dem eigenen Körper, als Tanz mit den eigenen Körperteilen, mit anderen Kursteilnehmer:innen, und mit unserer eigenen spekulativen Vorstellungskraft darüber, wie wir über Tanz denken. Dabei entstehen Räume, in denen individuelle Ausdrucksformen ebenso Platz finden wie gemeinschaftliche Erfahrung.
"Dancing Facts and Singing Fictions – BODIES" ist einzeln buchbar, entfaltet sein volles Potentzial jedoch in Kombination mit dem zweiten Kurs „Dancing Facts and Singing Fictions – VOICES“ (12.00 – 14.00 H), der sich vertiefend der Arbeit mit der Stimme widmet.
Leah Marojević ist eine international tätige Künstlerin, die in den Bereichen Performance, Choreografie, Dramaturgie und Lehre arbeitet. Geboren in Süd-London, lebt sie heute in Berlin und hat seit 2014 durch langfristige Kooperationen mit renommierten Künstler:innen wie Colette Sadler, Jefta van Dinther, Theo Clinkard, Ola Maciejewska, Liz Rosenfeld, Billy Bultheel, Megan Rooney, Ewa Dziarnowska und Simone Aughterlony eine vielseitige internationale Praxis entwickelt.
Ihre Arbeit umfasst sowohl freie Projekte als auch Auftragsarbeiten für Institutionen wie das Tanztheater Wuppertal Pina Bausch, Danza Contemporánea de Cuba und die Candoco Dance Company. Als Stipendiatin der Tanja-Liedtke-Stiftung im Jahr 2026 wird sie zudem gemeinsam mit dem Iceland Symphony Orchestra eine neue experimentelle Oper realisieren.
Leah Marojević
“Dancing Facts and Singing Fictions – VOICES”
Ein Workshop, der Körper, Bewegung und Stimme in einen lebendigen Dialog bringt: Die in Berlin lebende Künstlerin Leah Marojević lädt zu einer offenen, praxisorientierten Auseinandersetzung mit Improvisation ein. Das Angebot richtet sich an professionelle Tänzer:innen unterschiedlicher Erfahrungshintergründe und versteht Improvisation als eine vernetzte, körperbezogene Praxis, in der Bewegung und Stimme miteinander in Beziehung treten.
Im Mittelpunkt stehen die Erforschung der Stimme und die Frage, wie diese untrennbar mit einem sich bewegenden, tanzenden Körper verbunden sein kann, um Fiktionen, Fakten, Erzählungen und Gefühle zu entdecken und darzustellen.
"Dancing Facts and Singing Fictions – VOICES" ist einzeln buchbar, entfaltet sein volles Potentzial jedoch in Kombination mit dem zweiten Kurs „Dancing Facts and Singing Fictions – BODIES“ (9.30 – 11.30 H), der sich vertiefend mit der Begegnung mit dem eigenen und dem Körper der anderen Kursteilnehmer:innen widmet.
Leah Marojević ist eine international tätige Künstlerin, die in den Bereichen Performance, Choreografie, Dramaturgie und Lehre arbeitet. Geboren in Süd-London, lebt sie heute in Berlin und hat seit 2014 durch langfristige Kooperationen mit renommierten Künstler:innen wie Colette Sadler, Jefta van Dinther, Theo Clinkard, Ola Maciejewska, Liz Rosenfeld, Billy Bultheel, Megan Rooney, Ewa Dziarnowska und Simone Aughterlony eine vielseitige internationale Praxis entwickelt.
Ihre Arbeit umfasst sowohl freie Projekte als auch Auftragsarbeiten für Institutionen wie das Tanztheater Wuppertal Pina Bausch, Danza Contemporánea de Cuba und die Candoco Dance Company. Als Stipendiatin der Tanja-Liedtke-Stiftung im Jahr 2026 wird sie zudem gemeinsam mit dem Iceland Symphony Orchestra eine neue experimentelle Oper realisieren.
Was ist dein nächster Move? Dieser Workshop lädt dich ein, tiefer in deine tänzerische Praxis einzutauchen, dich körperlich, künstlerisch und bewusst weiterzuentwickeln und deine Technik zu verbessern.
Tanzen heißt, in Bewegung zu sein, sich bewegen zu lassen – ein Bewegt-Sein. Es verbindet dich mit dir selbst und mit anderen. Auf dieser Grundlage erforschen wir, wie sich technisches Können nicht nur verfeinern, sondern auch kreativ entfalten und neu denken lässt. Durch Improvisation, erlerntes Bewegungsmaterial und gemeinsames Tanzen zu Musik – allein, im Duo und in der Gruppe – entdeckst du neue körperliche Möglichkeiten. Du schärfst dein anatomisches Bewusstsein, entwickelst Bewegungsqualitäten und erlebst Tanz als lebendigen künstlerischen Prozess.
Die Inspiration für diesen Kurs kommt aus dem zeitgenössischen Tanz, somatischen Ansätzen, somatic psychology und choreografischen Praktiken. Wir arbeiten im Stehen und am Boden – präzise, forschend und mit Freude an der Bewegung und Begegnung. Den nächsten Schritt machst du!
Virginie Roy studierte Tanz am CNSMD Lyon und Tanzpädagogik am CND in Lyon. Sie hat einen einen Master in klinischer Psychologie, ein Diplom in Kunsttherapie an der Universität Paris 8 und ein Postgraduierten-Diplom in klinischer und Gesundheitspsychologie der Universität Wien. Sie arbeitete als Tänzerin/Performerin und/oder choreografische Assistentin u.a. mit Christine Gaigg, Daghda Dance Company, Doris Uhlich, Laurence Levasseur, Noé Soulier, Sabine Glenz, Saskia Hölbling, Yvann Alexandre sowie mit den Regisseuren Andrea Breth, Philippe Arlaud und Philipp Harnoncourt. Sie verbindet diese Erfahrungen in ihrer Praxis als klinische Gesundheitspsychologin und Sportpsychologin, als Tänzerin/Performerin, als Professorin für zeitgenössischen Tanz an der Fakultät für Darstellende Kunst der Musik- und Kunstuniversität und als Lehrbeauftragte für Bewegung und Psychologie an der Sigmund Freud Universität, beide in Wien.
Ihre Forschungen, Publikationen und Kooperationen sind von der Idee der Bewegung in physischen und psychischen Räumen motiviert, im zeitgenössischen Tanz, der Architektur und der künstlerischen Diversitätspraxis.
Charlie Morrissey
“Continued Adventures of the Apple”
Entdecke die Kraft der Kontaktimprovisation! Dieser Workshop bietet dir einen lebendigen Einstieg in die Grundprinzipien der Kontaktimprovisation – offen für alle, die sich gerne bewegen, unabhängig von ihrem Kenntnissen. Erforsche deinen Körper, neue Impulse und entwickle deine eigene Bewegungssprache weiter.
Im Zentrum stehen elementare Bewegungsqualitäten wie Rollen, Gewicht verlagern, Fallen und das mühelose Hinein- und Herausgleiten in/ bzw. aus dem Boden. Du erfährst deinen Körper im Dialog mit der Schwerkraft und erkundest spielerisch das Geben und Nehmen von Gewicht sowie das Zusammenspiel von Gleichgewicht und Gegengewicht. Körperliche Intelligenz und ein weites Bewegungsspektrum treffen auf einen praktischen, explorativen Raum, der einen Kontext sowohl für individuelles Erforschen als auch für gemeinsame Erfahrung bietet.
Durch klare Strukturen und angeleitete Improvisationen vertiefst du deine kinästhetische Wahrnehmung und entwickelst ein feineres Gespür für Bewegung und ihre Möglichkeiten. Wie hören wir auf den eigenen Körper? Wie entsteht aus diesem inneren Lauschen unmittelbare, authentische Bewegung?
Der Titel bezieht sich auf Steve Paxtons Bild vom Newtonschen Apfel – eine Einladung, den Körper in Beziehung zur Schwerkraft und zum fortwährenden Experiment des In-Bewegung-Seins zu betrachten.
Charlie Morrissey ist Performer, Lehrer und Regisseur, der seit mehr als 35 Jahren mit Bewegung arbeitet. Seine Praxis ist beeinflusst und inspiriert durch die Zusammenarbeit mit Künstler:innen wie Steve Paxton, Lisa Nelson, Scott Smith, K. J. Holmes, Kirstie Simson, Karen Nelson, Siobhan Davies, Katye Coe, Andrea Buckley, Becky Edmunds und vielen anderen. Er hat in England und international in Theatern, Galerien und ortsbezogenen Kontexten an Performanceprojekten gearbeitet.
Wie viel Choreografie brauchst du wirklich? Der renommierte britische Choreograf Jonathan Burrows – bekannt für sein wegweisendes Buch „A Choreographer's Handbook“ – stellt diese radikale Frage in den Mittelpunkt seines fünftägigen Workshops für alle professionellen Tanzschaffenden, die ihre Arbeit neu befragen wollen.
Keine Patentrezepte, kein starres System, keine richtige Methode: Burrows lädt dazu ein, die eigene choreografische Praxis grundlegend zu befragen und weiterzuentwickeln. Wie und warum überhaupt geht man an die Produktion einer Tanzaufführung heran? Im Zentrum stehen persönliche Fragen, Beobachtungen und Erfahrungen – das Buch zu kennen ist keine Voraussetzung.
Burrows arbeitet seit über 35 Jahren mit dem Komponisten Matteo Fargion zusammen; ihre Werke wurden in 37 Ländern aufgeführt. Er ist Autor von „A Choreographer’s Handbook“ (Routledge 2010/2025) und „Writing Dance“ (Varamo Press 2022) und derzeit außerordentlicher Professor am Centre for Dance Research der Coventry University. Sein minimalistischer, präziser und oft humorvoller Umgang mit Bewegung und Musik hat ihn international zu einer Schlüsselfigur im zeitgenössischen Tanz gemacht.
Jonathan Burrows
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Bewertungen & Berichte Jonathan Burrows
“A Choreographer's Handbook”
Kurs
Chris-Pascal Englund Braun
“Emotional Anarchist”
Werde Teil einer Bewegungsrevolution, Teil der emotionalen Anarchie! Dieser Workshop ist eine künstlerische Rebellion – viel mehr als Bewegung. Durchdrungen von der rebellischen Energie der First British New Left der 1950er- und 1960er-Jahre werden wir gewohnte Denkmuster explosiv hinter uns lassen und neue Formen von Praktiken, „direkte Aktion und Demokratie“ (Alan Lovell), entdecken.
Als emotionale Anarchist:innen navigieren wir wild durch unsere komplexe Gefühlswelt, tanzen hin- und hergerissen zwischen Abstraktion und Realismus, um bewegte und sich bewegende Bilder zu entdecken. Emotionale Anarchist:innen küssen sich zwischen Tränengas und fliegenden Backsteinen. Emotionale Anarchist:innen erzählen Geschichten von Aufstieg und Verlust. Sie vereinen inneres und äußeres Chaos, und tanzen sich den Schweiß aus den Poren.
Emotionen werden wahrgenommen, bevor sie in Worte gefasst werden können. Körpersprache und Berührung sind ultimative, universelle Werkzeuge der Kommunikation. Genau dort setzt der Workshop an und entfaltet sich durch intensive Physikalität und Theatralik. Freu dich auf Improvisation, Drills, Partnerarbeit und Choreografie – getragen von einer sorgfältig ausgewählten Playlist, die dich in neue Welten katapultiert.
Chris-Pascal Englund Braun platziert sich an der Schnittstelle zwischen Tanz und Schauspiel. Im Laufe seiner künstlerischen Karriere arbeitete er unter anderem mit Johannes Wieland, Emma Evelein, Victor Rottier und Sebastian Zuber zusammen. Zuletzt war er bei der Produktion „Sleep No More” von Punchdrunk in Seoul beteiligt. Sein choreografisches Debüt feierte er 2025 mit seiner eigenen Kompanie Stabil Dance Company. 2026 wird er am Münchner Volkstheater als Choreograf und Performer zu sehen sein.
Wie tanzt der Körper, der alles in jedem Moment machen kann? Wie entscheidet man, wie man anfängt? Wo kommt die Bewegung her und wo führt sie hin? Ist es eine Entscheidung, die wir treffen, oder kommt sie von woanders, jenseits unserer Kontrolle? Welche Rolle spielen die anderen im Raum oder der Raum selbst, die Architektur, das Licht, die Luft, die Geräusche? Gibt es überhaupt einen persönlichen Tanz oder sind wir alle so grundsätzlich von der Umgebung und der Kultur beeinflusst, dass unsere Individualität immer schwieriger zu erkennen wird? Oder ist die Befreiung des Tanzes ein Weg zur Befreiung des Individuums?
Die Fragen klingen groß. Vielleicht ist es groß, vielleicht aber auch nicht. In diesem Workshop tanzen wir – tanzen wir wirklich! Frank Willens begleitet euch auf dieser Reise und teilt mit großzügiger Offenheit verschiedene Tools, Ideen und Techniken, die ihn in seinem Leben als professioneller Tänzer, Performer und Choreograf immer unterstützt haben. Es wird mit Improvisation, mit Elementen aus der performativen Kunst, mit kreativen Visualisierungen und mit physischen Dynamiken gearbeitet.
Der Kurs ist für alle offen, besonders für Anfänger oder für Menschen ohne Tanzerfahrung geeignet. Er ist so strukturiert, dass jede:r seinen/ihren Weg finden kann, um den Tanz in sich zu erkennen und zu erleben.
Frank Willens ist seit 27 Jahren auf der Bühne zu sehen. Als professioneller Tänzer hat er in Las Vegas und Los Angeles bei dem Musical „Notre Dame de Paris” und auf Tour mit Paul McCartney getanzt. Von 2003 bis 2023 lebte er in Berlin wo er u.a. mit Meg Stuart, Tino Sehgal, Susanne Kennedy, Laurent Chétouane, Boris Charmatz und Peter Stamer arbeitete und in zahlreichen Produktionen der freien Szene Berlins mitgewirkte. Er war fest Ensemble-Mitglied der Volksbühne in Berlin und ist seit 2023 Ensemble-Mitglied des Tanztheater Wuppertal Pina Bausch. Parallel dazu entwickelt er eigene choreographische Arbeiten.
„Wenn du weißt, was du tust, kannst du tun, was du willst. “ – Moshe Feldenkrais
Dr. Moshe Feldenkrais (1904-84), der Begründer der nach ihm benannten Methode, war Kernphysiker und erforschte die menschliche Neurophysiologie und Bewegungsmechanik.
Die Feldenkrais-Methode regt einen umfassenden Entwicklungsprozess an. Sie ist für alle geeignet, die ihre persönliche Lebensqualität verbessern wollen und dabei einen körperlichen Ansatz wählen.
Unter behutsamer Anleitung durch Sabine Haß-Zimmermann erforschen die Teilnehmer:innen ohne Anstrengung und mit gerichteter Aufmerksamkeit die Art und Weise, wie sie sich bewegen. Das bewusste Erspüren feiner Unterschiede ermöglicht es ihnen, eingeschliffene Muster zu erkennen und Alternativen zu finden. Sie lernen, wie sie sich leichter, funktionaler, harmonischer und eleganter bewegen und erweitern so ihren persönlichen Handlungsspielraum. Auf diese Weise öffnet die Feldenkrais-Methode Wege zu einem bewussteren Umgang mit sich selbst und zu mehr Beweglichkeit im Denken, Fühlen und Handeln.
Sabine Haß studierte Tanz, Contact Improvisation, Akrobatik, Gesang und Schauspiel in München und New York. Sie hatte zahlreiche internationale Gastspiele, arbeitete jahrelang künstlerisch mit Micha Purucker zusammen und ist Mitglied des Tanztendenz München e.V. Ihre Feldenkrais-Ausbildung absolvierte sie in Heidelberg, wo sie anschließend in weiteren Ausbildungsprogrammen selbst unterrichtete. Sabine Haß lehrt seit 30 Jahren Zeitgenössischen Tanz und die Feldenkrais-Methode.
Die Feldenkrais-Methode eignet sich hervorragend, um dein Instrument – deinen Körper – und seine Fähigkeiten in ihrer ganzen Tiefe genau kennen und nutzen zu lernen. Durch organisches Lernen entsteht ein tiefes Verständnis für die angeborene Intelligenz des Körpers, Bewegungen mithilfe seiner inneren Weisheit zu organisieren. Im Einklang mit der inneren Natur werden Bewegungsmuster, die zu Schmerz und Verletzungen führen, aufgebrochen und Wege für einen stressfreien Umgang mit dem Körper eröffnet.
Veronica Fischer unterrichtet seit über 40 Jahren Feldenkrais, Yoga und Körperarbeit. Mit beWEGen hat sie eine tiefgreifende Körperarbeit entwickelt, die den Ursprung der menschlichen Bewegung im evolutionären Prozess erfasst. In ihrem Unterricht verbindet sie ihr Wissen als Körpertherapeutin und Feldenkrais-Lehrerin mit ihren Erfahrungen als Tänzerin und Yoga-Praktizierende.
Roee Be'er
“Aikido - Embodied Presence and Communication”
Unsere Umgebung liefert ständig eine Vielzahl an Informationen – wir nehmen fortlaufend Signale aus der physischen Welt wahr, etwa Reize und Impulse, die von anderen Menschen ausgehen. Wir nehmen diese Informationen auf, verarbeiten sie und nutzen sie. Gleichzeitig werden unsere eigenen Handlungen selbst zu Informationen, die von anderen wahrgenommen werden. In diesem Workshop entwickeln wir unsere Präsenz und verfeinern unsere Wahrnehmung dafür. Wir erforschen, wie wir über unsere Körperlichkeit in Kontakt treten, Signale erkennen und darauf antworten können.
Aikido ist eine japanische Kampfkunst, die den Sinn für Freiheit in Konfliktsituationen fördert. Basierend auf den traditionellen Kampfkünsten, einschließlich der Arbeit mit Schwert und Stab, legt Aikido besonderen Wert auf Harmonie und Kreativität. Im Zentrum der Praxis steht das Zusammenspiel von Empfänglichkeit und Aktivität sowie die Balance zwischen dem mühelosen Entstehen und dem Aufnehmen von Kräften.
Roee Be'er lebt in München und ist Lehrer für Aikido (3. Dan) und die Feldenkrais-Methode. Er schloss seinen Master in Sportwissenschaften an der Technischen Universität München ab, wo er über Gleichgewichtskontrolle und motorisches Lernen forschte. Aikido trainierte er mit Miles Kessler, Patrick Cassidy und Thor Schoo; die Feldenkrais-Methode mit Basil Glazer und Rachel Elazar. In seiner Arbeit sucht Roee nach Struktur und Freiheit, Verspieltheit und Leichtigkeit in der Bewegung sowie Wegen, neue sensomotorische Fähigkeiten durch Interaktionen mit der Umwelt zu entwickeln. Er arbeitete mit der israelischen Tanz-Company Vertigo und mit Tänzer:innen der Batsheva Dance Company zusammen, war Gastdozent bei der Los Angeles Contemporary Dance Company, Iwanson Contemporary Dance in München und der Tanzfabrik Berlin.
“For me, Whacking means community, authenticity, and radical self-expression. It teaches us life: to embrace our emotions and to show up – for ourselves and others.” – Ana Selina
Whacking (auch bekannt als Waacking) entwickelte sich in den 1970er-Jahren aus dem Tanzstil Punking in queeren Clubs wie dem Paradise Ballroom oder dem Gino II in Los Angeles. Ursprünglich zu Funk und Disco getanzt, ist der Stil heute von schnellen Armbewegungen, Ausdrucksstärke und Präzision geprägt. Whacking ist ein energiegeladener, dynamischer Tanzstil, der oft an die Theatralik von Stummfilmen oder Cartoons wie „Batman” oder „Bugs Bunny” erinnert und sich von dem Tanzstil Voguing aus New York City abhebt.
In ihrem Unterricht für fortgeschrittene Tänzer:innen, die den Stil noch nicht kennen oder bereits erste Erfahrungen gemacht haben, verbindet Ana Selina Technik, Musikalität und Improvisation mit kulturellem Kontext. Dabei legt sie besonderen Wert auf die Wurzeln in der queeren BIPOC-Clubkultur und fördert sowohl individuellen Ausdruck als auch das Miteinander in der Gruppe, statt den Fokus auf den Spiegel zu legen.
Ana Selina ist leidenschaftliche Whacking-Tänzerin und prägt seit 2017 aktiv die Entwicklung der deutschen Whacking-Szene. In Berlin engagiert sie sich durch regelmäßige Klassen, Jams, Intensives sowie Community- und Eventarbeit für den Aufbau und die Stärkung der Szene. Sie ist Mitgründerin des gemeinnützigen Vereins to the floor e.V., Co-Organisatorin des Festivals 4 to the floor sowie Mitinitiatorin von Jack & Pose. Mit 18 Jahren Bühnenerfahrung und über 1.000 Stunden Unterricht ist sie international als Jurorin und Lehrerin tätig.
Frédérick Gravel
“Consciousness, Intentions, Jamming and Instant Composition”
Wie gehen wir mit dem um, was wir bereits tun – und mit dem, was aus der Perspektive des Publikums längst sichtbar ist?
Dieses Lab widmet sich genau diesem Spannungsfeld: dem bewussten Arbeiten mit dem, was bereits vorhanden ist – auf der Bühne, im Körper, im Denken der Darsteller:innen und im unmittelbaren Moment der Performance.
Im Zentrum steht die Improvisation als lebendiger Prozess der Wahrnehmung, Entscheidung und Komposition. Die Teilnehmer:innen erforschen, wie Bewegungen, Impulse und Gedanken in Echtzeit entstehen und wie daraus performative Präsenz entwickelt werden kann. Dabei geht es nicht darum, etwas „hinzuzufügen“, sondern das Potentzial dessen freizulegen, was bereits geschieht.
Ein Schwerpunkt des Labs liegt auf dem Bewusstsein und der Entscheidungsfindung innerhalb der Soloimprovisation. Wie entstehen Entscheidungen im Moment? Ein weiterer Teil widmet sich dem Spiel mit Raum, Rhythmus und Musikalität. Die Teilnehmer:innen untersuchen, wie kollektive Aufmerksamkeit entsteht und wie gemeinsames „Jammen“ auf Basis geteilter Informationen funktionieren kann. Besondere Aufmerksamkeit gilt außerdem der Duettimprovisation. Im Fokus stehen Zuhören, Reaktionsfähigkeit, Risikobereitschaft und spontane Komposition im Zusammenspiel mit einem Partner oder einer Partnerin. Ergänzend vermittelt Frédérick Gravel ausgewählte Ausschnitte aus seinem Repertoire, die als praktische Beispiele für Prinzipien des Schreibens, der Komposition und der Improvisation dienen. So eröffnet das Lab zugleich einen Einblick in seine künstlerische Praxis und Arbeitsweise.
Frédérick Gravel ist Choreograf, Tänzer, Musiker, Lichtdesigner und künstlerischer Leiter von De La Dance (DLD) in Montréal. Er entwickelte Arbeiten für renommierte Kompanien wie Carte Blanche, tanzmainz und betreibt gemeinsam mit langjährigen Weggefährt:innen der Montréaler Szene kontinuierliche künstlerische Forschung. Die aus dieser Zusammenarbeit entstandenen Werke touren seit 2009 international und sind für ihre rohe Energie, musikalische Direktheit und radikale Bühnenpräsenz bekannt.
Entdecke eine neue Dimension von Bewegung, Wahrnehmung und Zusammenarbeit.
In diesem Workshop entwickelst du eine nachhaltige, hybride Bewegungspraxis, die Körper und Geist gleichermaßen stärkt. Zwei eng miteinander verwobene Forschungsansätze eröffnen dir neue Wege, dich zu bewegen, zu reagieren und kreativ auszudrücken.
Im ersten Teil schärfst du deine körperliche Intelligenz durch die Verbindung von sportlichen, somatischen und künstlerischen Praktiken. Mit Microbatics, einer Technik, die ihren Schwerpunkt auf kleine, subtile und effiziente akrobatische Variationen statt auf große, kraftvolle Bewegungen setzt, Improvisation, spielerischen Aufgaben und dynamischer Fortbewegung verbesserst du körperliche Kraft, Geschicklichkeit, Beweglichkeit und Elastizität. Gleichzeitig lernst du, deine Aufmerksamkeit zu bündeln, mentale Klarheit zu entwickeln und aus einer stabilen, geerdeten Perspektive heraus zu handeln.
Der zweite Teil richtet den Fokus auf Forschung und Zusammenarbeit. Du erforschst akrobatische Formen, improvisatorische Strukturen und Partnerarbeit – und entdeckst, wie Verbindungen zu deinem Umfeld entstehen: durch Präsenz, Wahrnehmung und den gemeinsamen Raum. Wie reagieren wir darauf, gesehen zu werden? Wie bringen wir uns durch Bewegung ein? Hier entstehen neue Impulse für authentische Interaktion und kreativen Ausdruck.
Im Kurs „Advanced Plus“ steht nicht das Erlernen, sondern das Verfeinern im Mittelpunkt. Hier entwickelst du Eigenständigkeit, schärfst deine kompositorische Präzision und übersetzt erlernte Werkzeuge in eine unverwechselbare, persönliche Bewegungssprache. Wie beeinflusst dein Training deine künstlerische Handschrift, deine Performance und deine kreative Entscheidungsfindung? Genau hier setzt die Arbeit an. Dieser Workshop richtet sich nicht nur an darstellende Künstler:innen, sondern an alle, die Bewegung als Ausdrucksform begreifen wollen. Du erforschst, wie sich Form, Empfindung und Intention zu einer lebendigen, kohärenten Sprache verbinden lassen – authentisch, kraftvoll und individuell.
Für Profis bietet der Workshop die Möglichkeit, technische Präzision zu vertiefen, das eigene Bewegungsrepertoire zu erweitern und frische Impulse direkt in die bestehende Praxis zu integrieren. Ein intensives Erlebnis für alle, die Bewegung nicht nur ausführen, sondern wirklich verstehen und gestalten wollen.
Winston Reynolds ist Bewegungskünstler, Choreograf und Pädagoge im zeitgenössischen Tanz, Zirkus und Physical Theatre. Er arbeitet international, u.a. in Tempo (Melo & Nio, Welttournee seit 2025), und mit Choreografen wie Kalle Nio oder Alexander Vantournhout. Als langjähriger Mitarbeiter von Yoann Bourgeois wirkte er als Performer und choreografischer Assistent an verschiedenen Projekten mit und arbeitet aktuell an neuen Kreationen für Bühne und Film. Zudem entwickelt er eigene Arbeiten, u.a. mit der Ballet Akademie in Schweden. Ausgebildet an der Circomedia in Bristol und der Fontys Academy for Circus and Performance Art in Tilburg, basiert seine Praxis auf akrobatischem Tanz und Partnering. Seine Forschung zur Mikroakrobatik untersucht Anpassungsfähigkeit und Wahrnehmung. Neben seiner Bühnenarbeit unterrichtet er international und ist Teil des Forschungskollektivs Ferus Animi // Terra Nova.
Advanced Plus: 9.30 – 11.30 H
Professionals: 12.00 – 14.00 H
Die Arbeit von Roser López Espinosa begeistert durch eine kraftvolle Körperlichkeit, große Präzision und eine poetisch-verspielte Bewegungssprache, in der akrobatische Elemente, Sensibilität und feiner Humor aufeinandertreffen. Zusammenarbeit, Kreativität und physische Dynamik stehen dabei im Mittelpunkt.
Der Workshop lädt die Teilnehmer:innen dazu ein, den Körper als vielseitiges, kreatives Instrument zu erkunden. Durch die Konzentration auf die Beweglichkeit der Wirbelsäule (Spiralen, Drehungen, Wellenbewegungen und fließende Bewegungsabläufe) sowie auf feine Koordinationsübungen eröffnen sich neue körperliche Möglichkeiten, die die Ausdruckskraft und die Bewegungsflüssigkeit fördern. Bodenarbeit und einfache akrobatische Abläufe unterstützen ein bewusstes und funktionales Zusammenspiel von Anatomie und Bewegung.
In der Zusammenarbeit zu zweit und in Gruppen erkunden die Teilnehmer:innen zudem Gewichtsverlagerung, Partnerarbeit und räumliche Bewegungsdynamik. Schritt für Schritt entstehen komplexere körperliche Interaktionen, die Aufmerksamkeit, Vertrauen und Teamarbeit stärken. Präzision, Bewegungsfreude und körperliche Vorstellungskraft machen diesen Workshop zu einer intensiven und inspirierenden Bewegungserfahrung.
Roser López Espinosa studierte an der Amsterdam University of the Arts und absolvierte zusätzlich ein Training im olympischen Kunstturnen in Barcelona. Als Tänzerin arbeitete sie unter anderem mit renommierten Choreograf:innen und Künstler:innen wie Àngels Margarit, Cesc Gelabert und Katie Duck zusammen.
Seit 2006 präsentiert sie ihre eigenen Werke international und wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, darunter der Preis für die beste Choreografie bei den Critics Awards 2019 für das Gruppenstück „Trama”. Außerdem hat sie Werke für internationale Tanzkompanien wie das Skånes Dansteater (Schweden), das Scottish Dance Theatre (Großbritannien) und die MiR Dance Company (Deutschland) geschaffen und mit Zirkuskompanien wie der Compagnie XY (Frankreich) zusammengearbeitet. Mit Cometa entwickelte sie ein Stück für junges Publikum, das weltweit tourt.
Roser López Espinosa war Resident Artist bei Mercat de les Flors in Barcelona und im Rahmen eines Austauschprogramms am NTCH in Taipeh, außerdem ist sie assoziierte Künstlerin im Produktionshaus für Tanz La Caldera in Barcelona. Sie entwickelt eigenen Arbeiten mit ihrer Kompanie Lowland.
Professionals: 12:00 – 14:00 H
Advanced Plus: 14.30 – 16.30 H
Das hochkarätige Workshop-Programm zeigt den zeitgenössischen Tanz in seiner ganzen Vielfalt. Internationale Profi- und Amateurtänzer:innen können hier ihre tänzerischen Fähigkeiten erkunden und ausbauen, neue Techniken und künstlerische Ansätze kennenlernen, intensiv mit Choreograf:innen arbeiten oder Ausgleich in somatischen Klassen finden. Unabhängig von Hintergrund, körperlichen Voraussetzungen und Alter – die TANZWERKSTATT EUROPA hat für jeden etwas zu bieten.
(Bild: TANZWERKSTATT EUROPA 2026, Foto: Anne Teresa de Keersmaeker / Rosas: "Rosas danst Rosas", 1983, Foto (c) Jean-Luc Tanghe)
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Tanztendenz München e.V.
Zielstattstraße 10A
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