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Musiktheatertage Wien

Die Berührung mit dem Unbekannten · MTTW 2026
vom 16. bis 27.9.2026


Nichts fürchtet der Mensch mehr als die Berührung durch das Unbekannte, schreibt Literatur-Nobelpreisträger Elias Canetti. Das Unbekannte ist nicht weit weg. Es steckt im eigenen Körper, der sich verändert. Im Unterbewussten, das an die Oberfläche drängt. In der Natur, von der wir mehr nehmen, als sie geben kann. In Beziehungen, die vertraut scheinen und sich über Nacht verändern. In politischen Ordnungen, die unverrückbar galten und plötzlich fallen.

Die Angst vor dem Unbekannten ist groß: Grenzen werden gesichert, das Fremde ausgeschlossen, der Glaube zum Gesetz gemacht, der Körper optimiert, als wäre er beherrschbar. Doch was passiert, wenn man die Berührung zulässt?
Die MUSIKTHEATERTAGE WIEN widmen ihre zehnte Ausgabe der Berührung mit dem Unbekannten. Auch der, mit Musik, die man noch nicht kennt.
Von 16. bis 27. September 2026 laden wir ein. In den Stephansdom, den Wasserturm Favoriten, ins Odeon, ins MuTh, ins Theater Hamakom, ins Theater am Werk, ins WUK, ins LOT. Ins Unbekannte.

Kontakt

Musiktheatertage Wien
Neubaugasse 33/1/9
A-1070 Wien

Telefon: +43 660 2777 909
E-Mail: office@mttw.at

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© Koen Broos
Musiktheater

The Mass Man

Musziektheater Transparant, Wouter van Looy, Wim Catrysse

Ein Musiktheater über Massenbewegungen und Macht

In Masse und Macht (1962) schildert Nobelpreisträger Elias Canetti seine Erfahrungen mit den Massenbewegungen des frühen 20. Jahrhunderts und liefert eindrucksvolle soziologische und anthropologische Erkenntnisse. Auch heute mobilisieren sich die Massen, vereinen sich gegen Ungerechtigkeit oder für ein besseres Klima. Sie versammeln sich in den sozialen Medien, besetzen das Kapitol, setzen Städte in Brand oder fliehen.

Regisseur Wouter Van Looy und Videokünstler Wim Catrysse nahmen sich mit THE MASS MAN dieses Werk der Weltliteratur zum Vorbild und entwickelten ein Multimedia-Werk über Überlebensstrategien in einem Konflikt.
Wim Catrysse richtet darin seine Kamera auf einen Ort des Konflikts, wo Gewalt und Widerstand Jahrtausende zurückreichen und ein scheinbar unlösbarer ideologischer und territorialer Konflikt tobt, der eine groteske Spur des Todes und der Zerstörung hinterlässt und das gesellschaftliche Gefüge weiter zerreißt.
Der von Peter Verhelst verfasste Text nutzt Canettis meisterhaftes Werk als Grundlage, richtet den Fokus aber auf die heutige Welt.

Die Musik von THE MASS MAN stammt von De Bruyn und dem Ensemble Zefiro Torna und ist eine zeitgenössische Bearbeitung von Kreuzfahrerliedern des 11. bis 13. Jahrhunderts. Historisches Instrumentarium und elektronische Klanglandschaften verleihen der musikalischen Textur des Werkes Form und Ausdruck. Sie zeichnen ein differenziertes Bild einer komplexen Zeit und eines Wendepunkts der Geschichte. Monophone Aufruf- oder Rekrutierungslieder, wie das berühmte Palästinalied von Walther von der Vogelweide, erklingen neben okzitanischen Pilgerliedern, Klageliedern, Sirenengesängen, Pastorellen, Liebesliedern und polyphonen Ars-Nova-Motetten.

Als Reaktion auf die frühen Kreuzzüge spiegeln diese Lieder den Wandel von Identitäten und Weltanschauungen wider.

www.transparant.be/en/productions/themassman-2023-2024

Künstlerische Leitung / Konzept – Wouter Van Looy
Konzept Video – Wim Catrysse
Musikalische Leitung / Komposition – Jurgen De bruyn
Dramaturgie – Tobias Kokkelmans
Performance / Musiker:innen – Simon Segers, Jochem Baelus, Jon Birdsong, Jurgen De Bruyn, Timo Tembuyser, Els Mondelaers, Jo Thielemans
Kostümbild – Ruby Renteurs
Licht – Peter Quasters
Produzent:innen – Muziektheater Transparant and Zefiro Torna

Koproduktionspartner:in: DE SINGEL; Concertgebouw Brugge

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© Ronja-Elina Kappl & Ivar Smedstad
Musiktheater

The Sailmaker’s Wife

Studio Dan, Kristin Norderval, Julian Crouch

Eine Faust’sche Öko-Oper

Komponiert von Kristin Norderval für eine kammermusikalische Besetzung des Ensembles Studio Dan, ist THE SAILMAKER’S WIFE eine Musiktheater-Parabel über gegenwärtige Klima- und Wirtschaftskrisen, die die Menschheit mit dem faustischen Pakt verführen:

Reichtum statt Leben.

Julian Crouch’s moderne Nacherzählung des japanischen Volksmärchens Tsuru no Ongaeshi (dt.: Der Kranich der stillen Hingabe) ist die Geschichte eines Jedermanns, dessen Reaktion auf moralische Dilemmata eine Zukunft heraufbeschwört, in die Menschen die Erde als selbstverständlich betrachten, ohne die Konsequenzen zu erkennen.

Ivar Smedstads Videoaufnahmen norwegischer Ölbohrungen verorten das Drama in einer industriellen Kulisse, die überall auf der Welt sein könnte.

EVII – Expanded Vocal Improvising Instrument

Im Zentrum der Komposition steht ein neuartiges elektronisches Instrument – EVII (Expanded Vocal Improvising Instrument). Es wurde von Kristin Norderval entwickelt, um die Stimme der Hauptfigur, gesteuert durch ihre Gestik, in Echtzeit aufzunehmen und zu bearbeiten. Die Sopranistin extrahiert auf diese Weise Fragmente ihrer Stimme, improvisiert damit und verarbeitet sie in Echtzeit. Die so geschaffenen Samples verwebt sie Stück für Stück mit dem Werk, wie der verletzte Kranich in der Parabel ein magisches Tuch webt, das Reichtum bringt. Doch zu welchem Preis?

Konzept, Komposition, Künstlerische Leitung – Kristin Norderval
Libretto – Julian Crouch
Regie – Theresa Jarczyk
Videographie – Ivar Smedstad
Licht – Kaja Lund

Darsteller:innen – Kaoko Amano, Steven Scheschareg, Andreas Jankowitsch Ensemble
Studio Dan – Clemens Salesny (Saxophon, Bassklarinette), Margit Schoberleitner (Schlagwerk), Raphael Meinhart (Schlagwerk, Stimme), Sophia Goidinger-Koch (Violine), Maiken Beer (Violoncello)

Eine Produktion von Kristin Norderval in Koproduktion mit Studio Dan und Musiktheatertage Wien und in Kooperation mit Das MuTh

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© Michael Gizicki
Musiktheater

UCHRONIA – was wäre wann

andother stage, Brigitte Wilfing, Jorge Sánchez Chiong

Eine Performance zwischen dekolonialisierender Hypergregorianik, Solarpunk-Orgel und Elektronik

Uchronie – „Nicht-Zeit“; die Zeit, die so nie stattgefunden hat.

UCHRONIA öffnet ein Fenster zu möglichen musikalischen Welten in nie existierenden Zeiten. Zwei kompositorische Ausformulierungen, die aus hypothetischen geschichtlichen Abzweigungen hervorgehen – Monkpunk und HyperRhythmicon – schreiben sich für die Dauer der Performance in den Stephansdom ein, der dabei zum klingenden Körper dekolonialer Spekulationen wird. Der gregorianischer Chor und die Riesenorgel bilden den klanglichen Kern der Arbeit. Synthesizer- und elektronische Orgelklänge, technopulsierende Drum Machines, afrokaribische Trommelkultur und mit Autotune verfremdete Stimmen koexistieren mit den historischen Klangkörpern des Doms.

Das Publikum bewegt sich durch unterschiedliche Hör-Perspektiven – mal gehend, sitzend, liegend, zwischen monumentalem Gesamtklang und intimen Situationen in Seitenschiffen und Kapellen. So entsteht eine choreografische Komposition, die zu unterschiedlichen Formen der Teilhabe und des Hörens einlädt.

Monkpunk beschreibt eine von Jorge Sánchez Chiong entwickelte Variante des gregorianischen Chorals, in der sich der ursprünglich monastische Gesang aus seiner liturgischen Funktion löst. Im Austausch mit unterschiedlichen kulturellen Traditionen transformiert sich diese Praxis zu einer offenen vokalen Form. Der Choral verliert seine Bindung an lateinische Texte. Silben dehnen sich, verschmelzen mit anderen Lauten, rhythmische Strukturen lösen sich auf und orientieren sich an natürlichen Prozessen wie Atem, Biorhythmus oder kosmischen Zyklen.

In HyperRhythmicon verzweigt sich die Zeit im 19. Jahrhundert: Europäische Musikautomaten und Klangmaschinen, die an die Karibikküste anlangten, werden von afrolateinamerikanischen Kulturen geerbt und mit deren Rhythmuspraktiken weiterentwickelt. Die metrische Zeit des Metronoms trifft auf polyrhythmische und zyklische Zeitmodelle.

Künstlerische Leitung – Jorge Sánchez-Chiong, Brigitte Wilfing
Komposition, Konzept – Jorge Sánchez-Chiong
Dramaturgie – Brigitte Wilfing
Performance / Musiker:innen – Choral Schola der Dommusik, Jorge Sánchez-Chiong, Isabella Forciniti, Valeria Lanner, Chloé Ryo, Brigitte Wilfing
Chorleitung – Markus Landerer
Sounddesign – Florian Bogner
Lichtdesign – Victor Durán
Kostümbild – Otto Krause
Medienkunst – Louise Linsenbolz, Thomas Wagensommerer aka TE-R
Produktionsleitung – Doina-Cezara Procopciuc & andother stage
Kooperationen: Choralschola St. Stephan, ÆSR Lab – Applied/Experimental Sound Research Laboratory, The Psycholudic Approach, Universität für Angewandte Kunst Wien.

Eine Produktion von andother stage in Koproduktion mit Musiktheatertage Wien und progetto semiserio.

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© Musiktheatertage Wien
Musiktheater

Synkope – KOLLAPSOLOGIE 4

Thomas Ballhausen, Thomas C. Desi, Peter Koger

Interaktive Performance für Publikum

In SYNKOPE, dem abschließenden 4.Teil der KOLLAPSOLOGIE über zusammenbrechende Systeme, ist nunmehr das Publikum zugleich Protagonist als auch Performer. Diese sitzen einander als Unbekannte in der Höhle des Euripides an „Lagerfeuern“ gegenüber und verhandeln. Was dabei über Gesellschaft gesagt werden kann, wird sich in den Durchgängen akustisch widerspiegeln.

Diese kollektive Komposition zwischen Spiel und Kunst, zwischen Sprachmusik und Konferenz gibt den Anwesenden die Möglichkeit, mit unbekannten Anderen das Phänomen Gesellschaft zu reflektieren und dabei dem Gefühl der Ohnmacht – das ist das deutsche Wort für „Synkope“ -, nicht gehört zu werden, zu entkommen.

Kollapsologie IV: SYNKOPE komponiert alle Gesprächsrunden des Publikums zu einem polyphonen Tonsatz, in dem Pausen eingefügt werden, die hörbar machen, was sonst verschwunden wäre.

Das Weltsystem, wie wir es heute kennen, beruht auf dem Denken der griechischen Antike. Mit einem Text von Thomas Ballhausen zur Gestalt der Alkestis wird, wie bereits in den Teilen I-III, diesmal mit Euripides darauf Bezug genommen.

Dieser abschließende Teil der Tetralogie KOLLAPSOLOGIE über das vierte Element, „Erde“, meint unseren Lebensraum. Einem Unbekannten (einem anderen Menschen) zu begegnen ist die anspruchsvollste Aufgabe unseres Daseins. Die Fähigkeit zum persönlichen Gespräch bestimmt unsere Zukunft.

thomasdesi.com/

Künstlerische Leitung, Konzept, Inhalte – Thomas Cornelius Desi
Mediale Entwicklung und Umsetzung – Peter Koger
Alkestis-Text – Thomas Ballhausen
Raum – RUST (Rupprecht/Steixner)
Produktionsleitung – Jonas Nikolai
Hospitanz – Katharina Schlereth
Performance – Das Publikum

Eine Produktion der Musiktheatertage Wien in Kooperation mit Mediaopera

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© Edi Haberl
Musiktheater

Zoe

Lisa Horvath, Victoria Fux, Sara Trawöger, Maja Karolina Franke, Kristin Gerwien

Ein immersives science fiction poem

Was wäre, wenn Menschen, Technologien und Ökosysteme miteinander sprechen würden, wenn der Planet selbst erzählen könnte? Wenn Landschaften atmen würden und sich die Grenzen zwischen Spezies auflösen?

Die Musik-Performance ZOE adressiert zentrale Fragestellungen unserer Zeit an der Schnittstelle von Ökologie, Technologie und gesellschaftlichem Wandel.
Die Grenzen zwischen menschlichen und nicht-menschlichen Akteuren sind längst durchlässig geworden: Mikroplastik in Organismen, die wechselseitige Abhängigkeit von Mikrobiomen und Umwelt sowie die zunehmende Durchdringung des Alltags durch algorithmische Systeme verdeutlichen eine Realität, in der Autonomie, Körperlichkeit und Identität neu verhandelt werden müssen!

ZOE ist ein Science-Fiction-Poem jenseits des Anthropozäns – eine vielstimmige Erzählung vom fortwährenden Werden der Erde und ihrer Lebensformen.

Die Produktion ZOE wurde im Rahmen des EU-Projekts „Future Narratives for Planet Earth“ entwickelt, in dem angesichts der Klimakatastrophe nach neuen Narrativen, die das Verhältnis zwischen Mensch und Natur reflektieren, gesucht wird.
Inspiriert von posthumanistischen Theorien, insbesondere von Rosi Braidottis Konzept von „Zoe“ als einer nicht-hierarchischen, alles umfassenden Lebenskraft sowie Donna Haraways Cyborg-Denken, entwirft die Performance ein Zukunftsszenario, in dem künstliche Intelligenz nicht mehr als Werkzeug, sondern als integraler Bestandteil planetarer Lebensprozesse agiert.
Nach Haraway ist Zukunft etwas, das wir lernen, üben und pflegen müssen. Das Theater kann dabei helfen, die Zukunft wieder als einen Raum der Möglichkeiten zu begreifen.

Konzept, Künstlerische Leitung, Text und Szenografie – Lisa Horvath
Regie und Produktion – Lisa Horvath und Victoria Fux
Musik und Sounddesign – Sara Trawöger
Dramaturgie – David Wimmer-Wallbrecher
Gesang, Performance und Kostüm – Kristin Gerwien
Choreografie und Performance – Maja Karolina Franke
Off-Stimme -Tara Khozein
Ton und Licht – Tom Grassegger
Künstlerische Mitarbeit – Sophia Scherer
Choreografische Beratung – Marta Navaridas
Audioaufnahmen – Kalle Kummer
Übersetzung ins Englische – Kate McNaughton

Eine Produktion von uniT und Spielraum im Rahmen des EU-Projekts „Future Narratives for Planet Earth„

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© Michael Gizicki
Musiktheater

FLUIDE III: WASSER – Hals um große Steine

spitzwegerich, Nicholas Morrish

Eine musikalisch bildnerische Forschungsreise durch den Wiener Wasserturm

Klingend tropft die Sprache aus den Mündern, führt stromaufwärts den stillgelegten Wasserturm hinauf. Oszillierend zwischen Zuviel und Zuwenig, Gefahr und Faszination lädt spitzwegerich zu einem musikalisch-bildnerischen Tauchgang.

Im Wasserturm Favoriten spürt das Kollektiv spitzwegerich dem dort einst gespeicherten Element nach und befasst sich mit dem Körper als Wasserspeicher ebenso wie mit dem „body of water“; dem „Gewässer“.

Der Text von Gundi Feyrer wird in der Komposition von Nicholas Morrish flüssig und mäandert in Überlagerungen und Verdichtungen durch den spiralförmig ansteigenden Turm; das Libretto schäumt und sprudelt in der akustisch prägnanten Architektur. Wasser wird in seine Aggregatzustände zerlegt und in Sprache, Musik, Bewegung und Bilder übersetzt.
Das Publikum wandert treppauf und begegnet dabei hängenden Objekten, Fadenmarionetten, tropfenden Klängen und Stimmen, die erst im Rundgang verortbar werden. Ein Werden aus dems cheinbaren, ursprünglichen Chaos.

“Wir versuchen uns im Unmöglichen: das Flüssige festzuhalten, Momente einzufrieren und Liquidem eine feste Form zu geben. Wir ordnen Körpersäften Themen zu, machen kleinste Partikel zu einer Welt und geben ihnen eine Bühne. Wir stülpen das Innere nach außen und gehen dabei vom Konkreten ins Abstrakte; vom Körper ins Verlassen desselben.” (spitzwegerich)

Mit „Fluide III: Wasser: Hals um große Steine“ vollendet spitzwegerich 2026 seine Trilogie des Liquiden: “Rotz, Blut und Wasser”.

DER WASSERTURM

1998/99 zur Wasserversorgung der stark wachsenden Metropole, insbesondere der beiden hochgelegenen Bezirke 10 und 12 errichtet, verlor der Wasserturm Favoriten durch die Inbetriebnahme der II. Wiener Hochquellwasserleitung schon ab 1910 seine eigentliche Funktion und wurde bis zur endgültigen Stilllegung 1969 nur noch in Ausnahmefällen in Betrieb genommen. Heute dient das Wahrzeichen des Bezirks künstlerischen Veranstaltungen zum Thema Wasser als spektakuläre Kulisse.

spitzwegeriche.at

Konzept – spitzwegerich
Komposition – Nicholas Morrish
Text – Gundi Feyrer
Stückentwicklung – Flora Besenbäck, Melina Cerha-Marcher, Simon Dietersdorfer, Gundi Feyrer, Lisa Furtner, Sabrina Hager, Anna Hauf, Felix Huber, Birgit Kellner, Martina Rösler, Christian Schlechter, Martin Siemann, Emmy Steiner, Rebekah Wild
Performance – Simon Dietersdorfer, Lisa Furtner, Anna Hauf, Nicholas Morrish, Emmy Steiner, Rebekah Wild

Eine Produktion von spitzwegerich in Koproduktion mit Musiktheatertage Wien

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© Punktum
Musiktheater

DIE SEELE DER DINGE – illuminated by the steady radiance

Marina Poleukhina

Eine Musik-Performance über die Wirksamkeit zwischen Menschen und Dingen

Was wäre, wenn wir die Welt mit einem Gefühl der unmittelbaren Zugehörigkeit zu Objekten erleben würden? Wie würde sich unsere Wahrnehmung von Dingen und voneinander verändern? Würde solch eine “Verschiebung” unsere soziale Wirklichkeit beeinflussen; die Art, wie wir Nähe und Distanz erleben?

Ausgehend von der Frage, wie wir die Welt im Jetzt, im Moment, erleben, untersuchen die Performer:innen in DIE SEELE DER DINGE Objekte des Alltags als Erweiterung des Körpers. Umgekehrt beginnen diese Objekte die Performer:innen zu „benutzen“, indem sie deren Verhalten, Körperlichkeit und Interaktionsmuster verändern. Dabei entsteht ein dynamischer Dialog zwischen dem Menschen und der ihn umgebenden Welt der Dinge, in der sich die erwarteten Funktionen von Körper und Objekten verschieben, was neue Wahrnehmungsweisen und Beziehungsformen ermöglicht.

In meinen Arbeiten interessiert mich die feine Verbindung des Selbst durch die Zugehörigkeit zu allem. Es geht mir weniger um Abhängigkeit als um Zugehörigkeit zueinander und um die Suche nach einer gemeinsamen Resonanz. Es ist eine Arbeit an der Entstehung eines gemeinsamen Körpers, der ungewöhnliche Formen annehmen kann: aus gebrochener Sprache bestehen, eine Erweiterung eines Objekts oder Instruments werden oder manchmal in einer einzigen Geste existieren. Es ist der Versuch, verborgene Verbindungen sichtbar zu machen und neue Formen des gemeinsamen Seins und der gegenseitigen Wahrnehmung zu eröffnen.
(Marina Poleukhina)

www.youtube.com/@marinapoleukhina

Komposition, Konzept – Marina Poleukhina
Performance – Katelyn Rose King, Marina Poleukhina
Bühne – Stefan Voglsinger, Marina Poleukhina
Technik – Stefan Voglsinger
Klangregie – Oliver Stotz

Eine Produktion von Rotating Plant in Kooperation mit Musiktheatertage Wien

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Musiktheater

Maria und die Fledermaus

Johannes Schrettle, Martin Hemmer, Imre Lichtenberger Bozoki

Ein artenübergreifendes Singspiel

Ein Tag wie viele in der Praxis von Tierärztin Maria: Schildkröte, Igel, Meerschweinchen warten auf ihre Zuwendung. Neben Praxishund Zuki (von Zukunft) natürlich. Doch unerklärliche Leiden plagen die Tiere, die Nervosität steigt, Un- oder Heilvolles kündigt sich an, Zuki kann die Ordnung nur noch mit Mühe aufrecht erhalten. Kocht die Klimakrise die Gemüter hoch? Ist es die Entfremdung zwischen den Spezies? Oder dieser komische Geruch? Als in einem plötzlichen Blackout Fledermaus Rocky in die Praxis kracht und ihre bestialischen Aufstandsfantasien verkündet, wissen Herrin und Hündin: Hier hilft nur noch die Operette. Als Mittel der Wahl in Zeiten von Krise und Wandel versüßt sie den Übergang – besonders allen, die eh einsehen, dass sich was ändern muss.

“Meine Ausflüge in die verschiedenen Genres des Musiktheaters gehen weiter. Nach Musical (HORSES) und Oper (Warum bricht mein Knie gerade jetzt) widme ich mich dem Singspiel bzw. der Operette. Ich bin ein großer Fan von Genres aller Art. Sie zeugen von verschiedenen musikalischen und ästhetischen Ideen aus verschiedenen Traditionen. Dieses kontinuierliche Lernen aus der Geschichte und gleichzeitiges anpassen der Konzepte an meinen Geschmack, meine Erfahrungen, mein heutiges Kunstverständnis und die Geschichten, die wir heute erzählen müssen, sind die Triebfeder meiner Arbeit.” Imre Lichtenberger Bozoki

Konzept, Idee – Johannes Schrettle, Imre Lichtenberger Bozoki
Regie – Imre Lichtenberger Bozoki
Text – Johannes Schrettle
Komposition – Martin Hemmer und Imre Lichtenberger Bozoki
Special Contribution – Barbi Marković
Dramaturgie – Veronika Maurer
Performance/MusikerInnen – Michaela Bilgeri, Valeria Lanner, Suse Lichtenberger, Lucia Miorin, Alice Peterhans, Martin Hemmer, Bernhard Höchtel, Sebastian „Cosbo“ Hiti
Bühne – Monika Kovacević
Kostüme – Aleksandra Kica
Licht – Moritz Wallmüller
Regieassistenz – Gréta Lichtenberger
Produktionsleitung – Magdalena Stolhofer & Nina Samadi / dieKulturtanten

Eine Produktion von Splitscreen Entertainment in Koproduktion mit Theater am Werk und Musiktheatertage Wien. Mit freundlicher Unterstützung von DAS OFF THEATER.

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© Michael Gizicki
Musiktheater

Smoking Kills

Thomas C. Desi

Auf der Suche nach einer Antwort auf die quälende Frage, warum die Neue Musik keine Hörer hat und auch ihm selbst hässlich erscheint, begegnet ein junger Komponist in einer Zeitreise dem „Vater der Avantgarde“: Anton Webern, der in den letzten Kriegstagen 1945 vor der Bombardierung von Wien in ein Alpendorf flüchtete. In sechs Begegnungen gibt der Meister dem jungen Kollegen Auskünfte über seine Kunst, doch werden diese zunehmend zur Farce, wenn auch mit tragischem Ausgang.

Hinter dieser Satire auf Basis historischer Dokumente verbirgt sich die Frage, wie Millionen Deutsche und Österreicher:innen im Nazi-Regime lebten, die NICHT verfolgt wurden und wirft ein Licht darauf, wie wir Heutige uns in einem von totalitärer Ideologie geprägten Unrechtsstaat verhalten würden. Der „Banalität des Bösen“ (Hannah Arendt) steht eine Banalität des Alltags zur Seite, die sich selbst in den extremsten Lebensbedingungen etabliert. Sie birgt das Zeitlose einer gesellschaftlichen Gleichgültigkeit gegenüber dem, was der eigenen Bequemlichkeit und Sicherheit entgegensteht.

Musikalisiert wird der gesprochene Dialog der beiden Männer von einem Quartett aus vier Frauen, einem „No-String-Quartet“, in einer komponierten Interpretation der Bagatellen Opus 9 von Anton Webern, den kürzesten Stücken der Musikgeschichte, die hier auf 80 Minuten gedehnt werden. Eine Art „Zeit-Lupe“, um die Webernschen Klangminiaturen anders wahrzunehmen.

Webern war bereits tot, als die neue Generation an Komponisten einer Avantgarde sich Weberns „Neuer Musik“ verschrieb, dabei aber ihrerseits Züge einer autoritären Ideologie aufprägt. Ein Jahrhundert später bleibt sowohl das Rätsel, als auch die Entfremdung der Gesellschaft gegenüber diesem Musikstil bestehen.

Zusätzlich zu den Festivalterminen finden weitere Vorstellungen von SMOKING KILLS am 19., 20. und 21. November um 19:30 im Theater Nestroyhof Hamakom statt.

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Musiktheater

CLUB MOSAIK – the voice

Georg Steker

Im CLUB MOSAIK, dem After-Show Format der Musiktheatertage Wien, gilt unsere Neugier dem Fokus-Thema: STIMME (siehe dazu auch: Austrian Music Theatre Day). An mehreren Abenden des Festivals gehört die Bühne des LOT in der Brotfabrik in Favoriten Künstler:innen, die Stimme in all ihrer Vielfalt und Verwendung zeigen und sich in individueller Art und Weise zwischen Konzert und Musik-Performance bewegen. Die Off-Schiene der MTTW lädt nach den Vorstellungen eines intensiven Festivaltags zur willkommenen Mischung aus künstlerischer Individualität und Coming together.

Freier Eintritt für alle mit Tickets einer anderen Festival-Produktion 2026 und die KünstlerInnen des Festivals.

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© Musiktheatertage Wien
Musiktheater

MTTW LABOR – Dialoge über Weltsysteme

Ein inklusives Labor zu Wahrnehmungsgrenzen

Dialoge über Weltsysteme ist ein fünftägiges, experimentelles Labor, in dem hörende und gehörlose Künstler:innen auf Augenhöhe neue Welten erschaffen und unsere Wahrnehmungswelten herausfordern – Musiktheater neu gedacht.
Regisseurin Sina Heiss, Komponist Philipp Kienberger und der gehörlose Performer Alexander Regal laden gehörlose Künstler:innen aus verschiedenen Sparten ein. Gemeinsam entwickeln sie spontane Performances, in denen Sound, Gebärdensprache, Bild und Bewegung aufeinandertreffen.
Ein offenes, sinnliches Experiment über die Grenzen der Wahrnehmung – mit Musik, Gebärden und Raum für neue Möglichkeiten.

Inklusion kann eine künstlerische Chance sein – genau das erforschen wir in diesem Labor. Während der Großteil des Kulturbetriebs primär für ein hörendes Publikum produziert, untersuchen wir, wie viel kreatives Potenzial im Umgang mit vermeintlichen „Barrieren“ steckt. Es geht um Sichtbarkeit, echte Begegnung und den Mut, eigene Gewissheiten zu hinterfragen – ganz im Sinne Galileis.
Es gibt kein fertiges Skript. Philipp und Alex erarbeiten einen Score aus Vibrationen, Sounds und Rhythmen, der als Soundteppich für die Gäst:innen dient.

Der Ausgang jedes Abends bleibt offen.

Öffentliches Showing und Reflexion, 21.- 24. September, jeweils 17.30 Uhr (mit ÖGS-Dolmetschung)

Montag, 21.9. – Joseph Lang
Dienstag, 22.9. – Pam Eden
Mittwoch, 23.9. – Anja Burghardt
Donnerstag, 24.9. – Christoph Kopal

Künstlerische Leitung, Konzept, Dramaturgie: Sina Heiss
Komposition & Live-Musik – Philipp Kienberger
Live-Musik – Alexander Regal
Kulturvermittlung – Lukas Schiemer
Hospitanz & Aufbau, Video Support – Giuliano La Pedalina

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Musiktheatertage Wien

Die Berührung mit dem Unbekannten · MTTW 2026

vom 16. bis 27.9.2026




Nichts fürchtet der Mensch mehr als die Berührung durch das Unbekannte, schreibt Literatur-Nobelpreisträger Elias Canetti. Das Unbekannte ist nicht weit weg. Es steckt im eigenen Körper, der sich verändert. Im Unterbewussten, das an die Oberfläche drängt. In der Natur, von der wir mehr nehmen, als sie geben kann. In Beziehungen, die vertraut scheinen und sich über Nacht verändern. In politischen Ordnungen, die unverrückbar galten und plötzlich fallen.



Die Angst vor dem Unbekannten ist groß: Grenzen werden gesichert, das Fremde ausgeschlossen, der Glaube zum Gesetz gemacht, der Körper optimiert, als wäre er beherrschbar. Doch was passiert, wenn man die Berührung zulässt?

Die MUSIKTHEATERTAGE WIEN widmen ihre zehnte Ausgabe der Berührung mit dem Unbekannten. Auch der, mit Musik, die man noch nicht kennt.

Von 16. bis 27. September 2026 laden wir ein. In den Stephansdom, den Wasserturm Favoriten, ins Odeon, ins MuTh, ins Theater Hamakom, ins Theater am Werk, ins WUK, ins LOT. Ins Unbekannte.

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Ereignisse / Festival ImpulsTanz Wien 9.7. bis 9.8.2026
Ereignisse / Festspiele Wiener Festwochen Wien, Lehárgasse 11/1/6
Ereignisse / Festival Herbstgold
Festival in Eisenstadt
16. bis 26.9.2026
Ereignisse / Festival Musiktheatertage Wien 16. bis 27.9.2026
Ereignisse / Festival Wiener Kabarettfestival 25.7. bis 1.8.2026
Ereignisse / Festival Theater im Park Wien 20.5. bis 17.9.2026
Familie+Kinder / Kinderprogramm Esterhazy Kids Eisenstadt, Esterházyplatz 5
Bildung / Festival ImpulsTanz Wien Workshops 9.7. bis 9.8.2026
Konzerte / Kulturveranstaltung Esterhazy Eisenstadt Eisenstadt, Esterházyplatz 5
Ausstellungen / Museum Weltmuseum Wien Wien, Heldenplatz
Ereignisse / Messe ViennaContemporary Wien, Trabrennstraße 7
Ereignisse / Festival Jazz Fest Wien Wien, Lammgasse 12/8
Ereignisse / Festival Wien Modern Wien, Lothringerstraße 20
Ereignisse / Festival Globe Wien
Marx Halle
Wien, Karl Farkas Gasse 19
Ereignisse / Festspiele Passionsspiele St. Margarethen St. Margarethen, Kirchengasse 22

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